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Brent Crude Oil: Das ist typisch Ölmarkt!

Man mag es nicht glauben: Die Liste an Argumenten für steigende Rohölpreise ist lang. Aber der Kurs bricht förmlich weg, steuert auf eine charttechnisch perfekte Abwärtswende zu. Wo gibt es denn so was? Am Ölmarkt ist das, wie alte Hasen wissen, nichts Neues. Wie oft schon haben z.B. massiv gefallene Lagerbestände, die eine deutlich anziehende Nachfrage andeuten, für wenige Minuten zu Käufen und dann zu einem Selloff geführt und umgekehrt. So wie vergangenen Mittwoch, als mit -12,6 Millionen Barrel der größte Rückgang der US-Lagerbestände seit fast zwei Jahren gemeldet wurde.

Statt zu steigen, fiel der Ölpreis über fünf US-Dollar, konsolidierte kurz und fiel am Montag erneut über drei US-Dollar … in wendeverdächtiges Terrain. Dabei hatte man doch kurz zuvor die OPEC-Beschlüsse als zu schwach angesehen, um den Kurs zu drücken. Dabei würden Förderausfälle in Kanada, Venezuela und Libyen und der Druck auf den Iran den Preis eigentlich stützen. Wie kann Brent Crude Oil, die Ölsorte, die Hand in Hand mit den anderen fiel und hier im Chart abgebildet ist, dann so wegrutschen? Zwei Argumente hätte das bärische Lager schon:

Expertenmeinung: Die vergangene Woche lancierten Drohungen des US-Präsidenten, die Liste an Strafzöllen gegen China noch deutlich zu erweitern, schüren die Befürchtung, dass das weltweite Wachstum schnell und deutlich unter Druck geraten würde, sollte diese Entwicklung so weitergehen. Und zudem verkündete Donald Trump, nötigenfalls wolle er die strategischen Ölreserven der USA anzapfen, um den Preis zu drücken, wenn die OPEC nichts unternimmt.

Ob das nur leere Worte sind, ob der Handelskrieg weiter eskaliert, eigentlich kann man es nicht wissen. Und dass Wladimir Putin gestern im Zuge seiner Pressekonferenz mit Trump betonte, Russland sei an einem stabilen Ölpreis interessiert, um rentabel produzieren zu können, was auch für die USA gelten müsste, sollte den Abverkauf eigentlich gebremst haben.

Aber gerade am Ölmarkt geben die Trader den Ton an. Und dieser Ton erklingt derzeit eben in Moll, spielt eine Melodie a la Baisse. Sich da die Haare ob eines so unlogisch wirkenden Impulses zu raufen ist nicht zielführend, sich den Chart jetzt ganz genau anzusehen hingegen schon. Wenn Brent Crude Oil die jetzt erreichte, mehrfach in ihrer Relevanz bestätigte Trendlinie bei 72 US-Dollar bricht und darüber hinaus noch unter das markante Zwischenhoch vom Januar bei 69,46 US-Dollar rutscht, wäre das die Vollendung einer Trendwende, die darüber hinaus auch noch in Form eines formvollendeten Doppeltopps daherkäme und allemal die Chance böte, dass Brent Crude recht schnell in die Region um 60 US-Dollar zurücksetzen würde.

Chart vom 16.07.2018, Kurs 72,14 US-Dollar, Kürzel COIL

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