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Deutsche Telekom verliert Großauftrag: Droht ein Doppeltop?

Die in Bonn ansässige Deutsche Telekom gehört zu den größten europäischen Telekommunikationskonzernen. Das Unternehmen ist mit seinen 216.000 Mitarbeitern in mehr als 50 Ländern vertreten, rund zwei Drittel des Umsatzes entfallen auf das Geschäft außerhalb Deutschlands.
Der Konzern beliefert 28 Millionen Festnetz- und 19 Millionen Breitband-Anschlüsse und hat 168 Millionen Mobilfunk-Kunden.

Erneut Großauftrag verloren

Seit 2013 war T-Systems für die Wartung von 40.000 PC-Arbeitsplätzen bei RWE zuständig. Die Service-Sparte ist allerdings seit Jahren notorisch unprofitabel und soll verkleinert werden.
Die Frage, warum man aber nicht mal an der Neuausschreibung für den Großauftrag teilnimmt, darf man durchaus stellen.

Es ist aber ohnehin nicht der erste Rückschlag der Sparte. Bereits Anfang des Jahres hatte ThyssenKrupp einen Auftrag mit einem Wert von 700 Mio. Euro storniert.

In den kommenden Jahren sollen 6.000 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen werden, rund 1.000 entfallen auf T-Systems. Betrachtet man die jüngsten Vorgänge, sieht es aber eher nach einem Kahlschlag bei T-Systems aus.

Das Wachstum fehlt

Die langfristige Entwicklung kann man ebenfalls als durchwachsen bezeichnen. Der Umsatz legte in den letzten zehn Jahren lediglich von 61,7 auf 74,9 Mrd. Euro zu. Inflationsbereinigt bleibt leider nicht viel übrig. Beim Gewinn sieht es nicht viel besser aus, denn das Ergebnis schwankt seit Jahren zwischen 0,58 und 0,74 Euro je Aktie.

Das erste Quartal passt hier recht gut ins Bild. Der Umsatz sank um 3,9% auf 17,9 Mrd. Euro. Das EBIT sank um 21,7%, der Konzernüberschuss stiegt hingegen und das Ergebnis je Aktie lag bei 0,21 nach 0,16 Euro im Vorjahr. Große Freude löste das bei den Anlegern nicht aus, denn ein Großteil des besseren Ergebnisses war vor allem auf die niedrigere Steuerquote in den USA zurückzuführen.
Der Ausblick wurde bestätigt. Die Deutsche Telekom erwartet weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von 3,1% und einen Anstieg des EBITDA von 6,6%.

Ist T-Mobile US die Rettung?

Ein Lichtblick ist nach wie die US-Tochter, denn hier ist die Entwicklung deutlich dynamischer. Inzwischen ist T-Mobile der drittgrößte Mobilfunkanbieter in den USA.

Seit 2012 wurde der Umsatz nahezu verdoppelt, der Gewinn stieg sogar noch stärker und der Ausblick lässt hoffen. Für die kommenden Jahre erwarten Analysten ein Gewinnwachstum von über 20% per annum. Das hört sich alles sehr gut an und mit Sicherheit wird davon auch die Deutsche Telekom profitieren.

Ein großer Wehmutstropfen ist allerdings der 2001, im Zuge des Internetbooms viel zu hohe Kaufpreis von mehr als 39 Mrd. Euro. Wie man für das Geschäft damals so eine Summe ausgeben konnte, ist im Rückblick kaum mehr nachvollziehbar.

Aktuell hält die Deutsche Telekom noch 66% der Anteile der ebenfalls börsennotierten T-Mobile US. Die Beteiligung hat derzeit einen Wert von umgerechnet rund 28,7 Mrd. Euro, also über 40% des Börsenwerts der Deutschen Telekom.

Der Gewinn aus dem US-Geschäft ist aber voll konsolidiert und in dem Quartals- oder Jahresergebnis der Deutschen Telekom bereits enthalten. Wer auf eine Dividende verzichten kann, für den könnte eine Direktinvestition in T-Mobile US bei diesem Ausblick wohl die bessere Alternative darstellen.

Charttechnischer Ausblick

Bereits im Februar hatten wir eine bullische Analyse zur Deutschen Telekom veröffentlicht und wie erwartet wurden die Kursziele bei 14,00 und 14,50 Euro erreicht.
Aie Gesamtsituation hat sich seitdem jedoch eher eingetrübt. Ein nachhaltiger Ausbruch zur Oberseite ist nicht gelungen und der Abwärtstrend weiter intakt. In den letzten Wochen ist die Aktie darüber hinaus mehrfach an der Widerstandszone zwischen 13,90 und 14,00 Euro gescheitert. Es besteht die Gefahr eines Doppeltops mit möglichen Kurszielen zwischen 13,15 und 12,80 Euro. Darunter würde sich das Chartbild deutlich eintrüben.
Gelingt hingegen ein Ausbruch über 14,00 Euro, besteht die Chance auf einen erneuten Anstieg in Richtung 14,50 Euro.

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