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Henkel: Qualität hat seinen Preis?

Die 1876 gegründete Düsseldorfer Henkel AG & Co. KGaA ist ein führender Hersteller von Konsumgütern mit weltweit erfolgreichen Marken.
Das Geschäft ist in drei Bereiche organisiert: Laundry & Home Care, Beauty Care und Adhesive Technologies.

Zum Bereich Laundry & Care gehören u.a. Wasch und Spülmittelmarken wie Persil, Pril, Weißer Riese, Perwoll, Spee, Somat, Sidolin und Ata.
Im Geschäftsfeld Beauty Care vertreibt Henkel Produkte für Haare, Körper, Haut und Mundhygiene. Dazu gehören z.B. die Marken Schwarzkopf, Fa, Schauma, Taft und Gliss Kur.
Im Segement Adhesive Technologies sind u.a. die Klebstoffmarken Pritt, Pattex, Ponal und Ceresit aus dem Hause Henkel. Weitere durch Henkel hergestellte industrielle Klebstoffprodukte, Dichtstoffe und Funktionsbeschichtungen werden in zahlreichen Branchen z.B. in der Fahrzeugbranche, Luft & Raumfahrt, Elektronik und Medizintechnik verwendet.

Dax im Rückspiegel

Das Unternehmen hat also einiges an Markenkraft zu bieten und konnte in der Vergangenheit ein ordentliches Wachstum verbuchen.
In den letzten zehn Jahren stieg der Umsatz von 14,1 auf 20,0 Mrd. Euro. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert. Dementsprechend legte der Gewinn überproportional und klettere im selben Zeitraum von 2,79 auf 5,79 Euro je Aktie. Die Dividende wurde in nahezu allen Jahren angehoben.

Stamm- oder Vorzugsaktie?

Die Vorzugsaktie ist Teil des Dax Index, darüber hinaus ist allerdings auch noch die Stammaktie an der Börse notiert.
Vorzugsaktien beinhalten für den Aktionär grundsätzlich die gleichen Rechte wie für Stammaktionäre mit Ausnahme des Stimmrechts. Als Ausgleich für das fehlende Stimmrecht sind die Vorzugsaktien im Vergleich zu Stammaktien mit einem Dividendenvorzug ausgestattet.

Im vergangenen Jahr lag die Dividende der Vorzüge beispielsweise bei 1,62 Euro, für die Stämme bei 1,60 Euro je Aktie. Seit etlichen Jahren beträgt die Differenz 2 Cent.
Für die meisten Anleger wären die im Dax gelisteten Vorzüge demnach die natürliche Wahl, da kaum ein Kleinanleger das Stimmrecht nutzt.

Im Fall von Henkel hat sich allerdings eine recht kuriose Situation ergeben. Die Vorzüge notieren mit einem hohen Kursaufschlag zu den Stämmen und daher liegt die Dividendenrendite der Stämme über denen der Vorzüge.
Die Stammaktien bieten daher aktuell alle Vorteile aber keine Nachteile, sie haben ein niedrigeres KGV, eine höhere Dividendenrendite und Stimmrechte.
Vorzugsaktien haben ein höheres KGV, eine niedrigere Dividendenrendite und keine Stimmrechte.

Es sollte daher offensichtlich sein, welche Aktiengattung zu bevorzugen ist.

Fundamentale Bewertung

Das Gewinnwachstum von Henkel lag in den letzten zehn Jahren knapp über 8%, wohlgemerkt trotz der Finanzkrise. Würde man das Jahr 2010 als Referenz wählen, käme man gar auf über 12%. Ein Großteil der anderen Dax-Konzerne dürfte wohl vor Neid erblassen.
Auch der Ausblick kann sich sehen lassen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet man einen Gewinn von 6,09 Euro je Aktie, nach 5,79 Euro im Vorjahr.

Die Stammaktien kommen somit auf ein KGV von 16,5 und ein KGVe von 15,7 für das laufende Geschäftsjahr. In den zurückliegenden fünf Jahren lag dieser Wert durchschnittlich bei 20,4. Darüber hinaus bietet die Aktie eine Dividendenrendite von 1,9%.
Henkel ist also historisch gesehen relativ günstig und erfüllt auch beim Wachstum und Ausblick die Kriterien für ein Investment.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie ist langfristig bullisch und einer der Outperformer im Dax, anbei der Vergleich zwischen Henkel und dem Index.
In den zurückliegenden Monaten hat der Wert allerdings eine langwierige Korrektur vollzogen und ist an das untere Ende des Aufwärtstrends zurückgekehrt.
Aus charttechnischer Sicht ist es wahrscheinlich, dass Henkel zwischen 92,50 und 95,00 Euro wieder zur Oberseite drehen wird. Die ersten Kursziele lägen in diesem Fall an den psychologisch bedeutenden Widerständen bei 100,00 und 105,00 Euro.
Fällt die Aktie hingegen nachhaltig unter 90,00 Euro, trübt sich das Chartbild nachhaltig ein und es drohen weitere Kursverluste.

 

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