Börsenblick

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Volkswagen Vorzüge: Höchst fragwürdige Rallye

Ist da nicht womöglich vor allem die Hoffnung Vater der Vier-Prozent-Rallye der VW-Vorzugsaktie am Donnerstag? Ist die Chance, dass die in den letzten anderthalb Monaten in den Kurs in Form eines 20 Prozent-Abstiegs eingepreisten US-Strafzölle auf europäische Automobilimporte abgewendet werden, wirklich „echt“? Dass viele Akteure sich das wünschen und die aktuellen Nachrichten dergestalt interpretieren, ist verständlich. Aber halten diese Hoffnungen auch einem genaueren Hinterfragen stand? Eher nicht. Das Angebot, das der US-Botschafter den Lenkern der deutschen Autokonzerne am Mittwoch gemacht hat, lautet: Statt sich mit Strafzöllen zu beharken, würden beide Seiten die Zölle für die Automobil-Einfuhren der Gegenseite auf null setzen.

Ein seltsamer Vorschlag, der dem vorschlagenden Land USA nur Vorteile brächte, wenn sich die Europäer dann auf US-Fahrzeuge stürzen würden. Was aber wohl kaum der Fall sein würde. Im Bereich der Dienst- und Alltagsfahrzeuge haben US-Automobile in Europa kaum eine Chance. Und auch, wenn der US-Zoll auf Euro-Autos derzeit viel niedriger ist, es würde die Wettbewerbsstellung der deutschen Autobauer in den USA nur stärken, wäre gar kein Zoll mehr fällig und die Preise damit leicht senkbar. Aber diese Frage nach dem „Warum“ führt zum eigentlich entscheidenden Problem:

Expertenmeinung: Dass es wirklich zu einem gegenseitigen Zollverzicht kommt, ist alleine deswegen unwahrscheinlich, weil die USA durch diesen Weg über die Autokonzerne versuchen, die EU-Politik zu unterminieren. Indem man die als Lobbyisten mächtigen Autokonzerne „anspitzt“, für mehr Gewinn und zugleich zur Vermeidung von arbeitsplatzgefährdenden Strafzöllen Druck auf die Politiker zu machen, begeht man einen Affront gegen die EU. Und sie ist es, wie Angela Merkel auch noch am Donnerstag betonte, die entscheidet und mit der man zu verhandeln habe. Und da Frankreich diesem Gedanken eines Zollverzichts sehr skeptisch gegenübersteht, weil man fürchtet, asiatische Hersteller könnten Renault und Peugeot in große Schwierigkeiten bringen (denn wenn die EU so handelt, dann nicht exklusiv für die USA), ist tatsächlich mehr die Hoffnung die Basis der Käufe und nicht eine realistische Perspektive.

Dementsprechend sollte man diesen Kursprung der VW-Aktie mit großer Vorsicht genießen. Charttechnisch ist damit zwar ein tadelloser kurzfristiger Boden gebildet und die wichtige Zone 146/147 Euro zurückerobert worden. Aber erst, wenn die Aktie auch eindeutig die durch die 20-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 151/153 Euro hindurch läuft. Dann wäre aus charttechnischer Sicht Platz bis zur 200-Tage-Linie bei knapp 163 Euro. Aber das wäre wohl nur realistisch, wenn das Thema Auto-Strafzölle wirklich verschwindet. Und allzu groß ist die Chance hierfür derzeit eben noch nicht.

Chart vom 05.07.2018, Kurs 148,48 Euro, Kürzel VOW3

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