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Tesla: Doppeltes „bearish engulfing pattern“!

Die, die Anfang Juni auf den nach oben rasenden Zug der Tesla-Aktie aufgesprungen waren, gingen eine Wette ein. Zusammen mit Tesla-CEO Elon Musk wetteten sie darauf, dass dessen Vorhersage, dass Tesla bis Ende Juni 5.000 Stück der „Cash Cow“ Model 3 pro Woche produzieren werde, eintreffen wird. Sie haben gewonnen – und zugleich grandios verloren. Denn ja, dieses Ziel wurde nach Aussage von Elon Musk erreicht, das gab er zum Ende des Monats, am Wochenende, bekannt. Aber dass die Aktie dann durchstarten würde wie ein Düsenjet, das passierte nicht. Es passierte das Gegenteil. In unserer Analyse vom 14. Juni schrieben wir dazu: „Aber geht diese Spekulation auf ein „alles wird gut“ schief, geht sie richtig schief: Vorsicht!“. Aber wo liegt denn das Problem, warum bricht diese Aktie jetzt förmlich ein?

Zwischen dem Tageshoch des Montags und dem Tief des Dienstags liegen 55 US-Dollar oder, von oben gerechnet, 15 Prozent. Zum Teil liegt das daran, dass nach dem Ablauf der Frist dieser Wette wieder das Gesamtbild in den Fokus rückt. Und da stehen die Fragen im Raum: Hat Tesla mit diesen 5.000 Model 3 pro Woche einen nicht wiederholbaren Kraftakt vollzogen, weil man sich selbst mit Musks Vorhersage unter gefährlichen Druck gesetzt hatte? Und reichen diese 5.000 Stück aus, um sich dem Break Even, dem rentablen Produzieren, wirklich entscheidend anzunähern? Aber der Hauptgrund des Kurseinbruchs ist ein anderer:

Expertenmeinung: Wie es oft der Fall ist, waren zu viele davon überzeugt, sie wären als einzige clever, wenn sie die Aktie im Vorfeld dieses Stichtags der 5.000 produzierten Model 3 am 30. Juni kaufen. Doch es waren eben zu viele, die das dachten. Die Aktie haussierte im Vorfeld – und es gab keinerlei Nachrichten, die das unterstützt hätten außer Elon Musks Vorhersage. Und so waren es nur noch wenige, die am Montag zum Handelsstart einstiegen, weil das Ziel erreicht wurde. Und die Zahl derer, die in diesem Moment das Preisgeld ihrer Wette kassieren wollten, war ungleich größer. Kaum hatte Tesla am Montag im Plus eröffnet, begannen die Gewinnmitnahmen. Und als diejenigen, die im Vorfeld eingestiegen waren, sahen, dass die Sache schief lief, versuchten sie so schnell wie möglich, noch einen Teil des Gewinns durch Verkauf zu retten.

Das führte zu einem äußerst seltenen Bild im Candlestick-Chart: einem doppelten „bearish engulfing pattern“. Das erste „bearish engulfing pattern“ entstand am Freitag, als die ersten wohl schon sicherheitshalber auszusteigen begannen. Eine rote Kerze hüllte die grüne des Vortags komplett ein. Dieses Warnsignal wurde verdoppelt, als sich dasselbe Szenario am Montag wiederholte, indem eine noch größere rote Kerze die rote Kerze des Freitags komplett einhüllte. Das alleine hätte man schon als Bestätigung ansehen können, die das Warnsignal zum Verkaufssignal befördert. Aber mit dem erneuten Kurseinbruch der Aktie am Dienstag ist klar: Das war es wohl erst einmal auf der Oberseite. Die „Wett-Euphorie“ ist dahin. Jetzt beginnt das Bangen vor den Quartalszahlen, denn nur, weil das Produktionsziel dieses einen Modells erreicht wurde, müssen die nicht gut ausfallen. Die Aktie ist mit dem Dienstags-Minus von 7,23 Prozent mit Schwung in die Unterstützungszone 309/313 US-Dollar gerutscht. Fiele die, läge die nächste Auffanglinie im Bereich 273/275 US-Dollar. Und angesichts dieser massiven Ernüchterung der Bullen wäre es keineswegs überraschend, wenn diese Zone getestet würde.

Chart vom 03.07.2018, Kurs 310,86 US-Dollar, Kürzel TSLA

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