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Aixtron: Das ist brandgefährlich

Die Aixtron SE ist ein weltweit führender Anbieter von Anlagen für chemische Abscheidungsprozesse in der Halbleiterindustrie. Mit dem patentgeschützten Metal Organic Chemical Vapor Deposition Verfahren sieht sich Aixtron als Technologieführer.
Chip-Hersteller aus aller Welt nutzen die Aixtron-Anlagen, um Verbindungs-, Silizium- und organische Halbleiter zu fertigen, die in immer mehr Bereichen eingesetzt werden. So werden derartige Halbleiter etwa für die Herstellung von Displays, Bildschirmen oder Beleuchtungsmitteln gebraucht.
Anwendung finden die mit Aixtron-Technik hergestellten Bauelemente auch in Glasfaser-Kommunikationsnetzen, in der drahtlosen und mobilen Telefonie, in der Datenspeicherung oder bei Lasern und Solarzellen. Bei Produktionsanlagen zur Herstellung von LED sieht sich das Unternehmen weltweit als Technologie- und Marktführer.

Im Rückspiegel

Das Unternehmen ist also in einer Wachstumsbranche positioniert und besitzt eine der Schlüsseltechnologien des Sektors.
Leider schlägt sich dieser Umstand aber nicht in den Unternehmenszahlen nieder. Der Umsatz pendelt seit 2012 zwischen 183 und 230 Mio. Euro und das Ergebnis war durchweg negativ.
Nach fünf Verlustjahren, konnte erst 2017 wieder ein Gewinn von 0,06 Euro je Aktie erzielt werden.

Die Performance stellt ein echtes Problem dar, denn das Geschäft ist natürlich stark zyklisch und konjunkturanfällig. Kann während anhaltendem Wirtschaftswachstum kein Gewinn erzielt werden, wird es in der Flaute dunkel am Horizont.

Aktuell läuft es aber

Positiv ist es natürlich dennoch, dass der Turnaround endlich gelungen ist. Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres war darüber hinaus sehr erfreulich.
Der Auftragseingang lag über dem Umsatz und der Auftragsbestand reicht für eine Vollauslastung für weitere sechs Monate aus. Vorerst sollte das Geschäft also brummen.

Der Umsatz legte um 16% auf 62,4 Mio. Euro zu, das Bruttoergebnis verdoppelte sich allerdings nahezu von 13,6 auf 26,8 Mio. Euro. Unter dem Strich blieben 0,11 Euro je Aktie, nach Minus 0,12 Euro im Vorjahresquartal.

Der Halbjahresbericht soll am 26.Juli veröffentlicht werden und sollte erneut gute Zahlen liefern, die Auftragsbücher sind schließlich voll.

Ausblick bestätigt

Aixtron erwartet für das Gesamtjahr weiterhin einen Umsatz von 230 – 260 Mio. Euro, eine Bruttomarge von 35-40% und ein EBIT in Höhe von 5-10% des Umsatzes.
Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs peilt man inzwischen das obere Ende dieser Spanne an.

Kann das Unternehmen durchweg am oberen Ende abschneiden, könnte das Ergebnis in diesem Jahr bei rund 0,30 Euro je Akte liegen.

Wo liegen die Probleme?

Eines der Hauptargumente gegen die Aktie habe ich bereits angeführt, die zyklische Natur des Geschäfts ist ein echtes Problem. Aixtron hat zu lange benötigt, um vom aktuellen Aufschwung zu profitieren. Daher ist ein Investment im Endeffekte eine Wette auf die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt und gegen eine mögliche Rezession in den nächsten Jahren.
Ein weiteres Problem sind die zuletzt sinkenden Halbleiterpreise. Der Sektor hat Jahre des massiven Wachstums erlebt und dementsprechend wurden die Kapazitäten deutlich ausgebaut, vielleicht zu stark.

Dementsprechend sollte die Bewertung eigentlich niedrig ausfallen, das ist aber nicht der Fall. Aixtron kommt im laufenden Geschäftsjahr auf ein KGVe zwischen 33 und 50. Ersteres in unserem zuvor beschriebenen Best-Case-Szenario, Zweiteres entspricht den Markterwartungen.
Als Schnäppchen geht die Aktie also keineswegs durch und Kurse von 19 Euro waren geradezu absurd. Ein langsam wachsendes, kaum profitables Unternehmen kann schlichtweg nicht das zehnfache des Umsatzes Wert sein.

Dieser Umstand wird durch einen einfachen Vergleich klar: Vor kaum mehr als anderthalb Jahren hätte Aixtron noch zu 6,00 Euro übernommen werden sollen und der Vorstand war damit einverstanden. Die Transaktion scheiterte und folgerichtig gab die Aktie nach, zeitweise auf drei Euro. Doch dann begann eine fundamental kaum zu rechtfertigende Rallye auf über 19 Euro, die reine Hysterie.
Die ganzen Vorgänge zeigen, wie irrational die Börse ist und wie relativ eine „Bewertung“ ausfallen kann.

Charttechnischer Ausblick

Bei Aixtron scheint nach einer Übertreibung zur Oberseite die Stimmung gekippt zu sein. Mit Unterschreiten des Unterstützungskorridors zwischen 10,30 und 11,00 Euro droht nun auch das Chartbild zu kippen. Unter dieser Zone sollte ein Abverkauf in Richtung 8,00 und 7,50 Euro eingeplant werden.
Gelingt hingegen eine Rückkehr über 10,30 Euro, würde sich die Lage vorerst entspannen.

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