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DAX: Wiederholt sich das Szenario 2007/2008?

Das derzeitige Szenario erinnert an das Jahr 2007. Damals war der Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts im Sommer und Herbst zwar schon in vollem Gange, auch in Spanien und Großbritannien wankten die Immobilienpreise. Aber am Aktienmarkt, ob in den USA oder in Europa, tat man so, als wäre das alles nicht von Bedeutung. Es war daher eine zähe Wende, die dann aber doch in eine heftige Baisse mündete. Viel später, als man hätte erwarten können. Aber der Wunsch, es möge doch alles nicht so schlimm kommen und das Wachstum an sich nicht durch den Immobilienmarkt kippen, hielt die Anleger in ihren Positionen fest. Bemerkenswert an der damaligen Wende war, dass sie aus dem Lehrbuch der Charttechnik hätte stammen können. Die Wende entstand aus einem großen Doppeltopp heraus, wobei das rechte Topp den DAX für sich selbst ein Doppeltopp war. Man hätte die Zeichen wahrnehmen können, aber viele wollen genau das eben nicht. Und heute?

DAX_2018

Heute besticht der DAX erneut dadurch, eine lehrbuchgerechnete Trendwende zu entwickeln. Würde der deutsche Leitindex das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 11.727 Punkten unterschreiten, würde hier für die Bären absolut alles passen. Sie sehen im Chart auf Wochenbasis, dass sich derzeit die rechte Schulter einer breit angelegten Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausbildet. Diese Formation ist so lange potenziell, bis sie mit dem Bruch ihrer Nackenlinie vollendet wäre, dazu müsste der DAX durch eben dieses bisherige Jahrestief hindurch. Aber allzu weit wäre der Weg dorthin ja derzeit nicht. Bemerkenswert ist, dass nicht nur der „Kopf“ der Formation, der sich zwischen September 2017 und März 2018 herausgebildet hat, für sich genommen ein Doppeltopp ist. Auch aktuell sehen wir ein Doppeltopp, dessen Nackenlinie bei 12.547 Zählern vor einigen Tagen unterboten und die Formation dadurch vollendet wurde, wie Sie im Tageschart gut sehen können: Das ist die rechte Schulter dieser übergeordneten Formation.

DAX_2018_07_03_Day

Grundsätzlich ist diese formvollendete Schulter-Kopf-Schulter-Wende so lange in der Schwebe, bis die Nackenlinie unterboten und damit zugleich der aus dem Februar 2016 stammende Aufwärtstrend (siehe der Chart auf Wochenbasis) gebrochen wurde. Aber die Chance, dass es dazu kommt, steht derzeit recht gut. Denn an der Wall Street fällt auf, dass die sonst immer sofort in charttechnisch brenzligen Situationen zulangenden Bullen offenbar hoffen, dass irgendjemand anders die Kartoffeln aus dem Feuer holt. Und beim DAX haben wir neben der zermürbenden Verunsicherung in Bezug auf die nächsten Schritte im Handelskrieg eine sich sukzessive abschwächende Wachstumsperspektive, eine wankende Regierungskoalition und, auf ganz kurzfristiger Ebene, einen verdächtig schwachen Start ins neue Quartal. Oft wird seitens der Sparer neu zufließendes Kapital von den Fonds umgehend in den Markt investiert. Aber diese denkbare Kaufwelle blieb aus. Ein Indiz dafür, dass die Chance der Bären, das bisherige Jahrestief bei 11.727 Punkten nicht nur erneut zu testen, sondern zu durchbrechen, sukzessive steigt.

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