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J.P. Morgan: War das der Schritt in die Abwärtswende?

Der regelmäßige Stresstest der US-Notenbank, dem sich in den USA agierende Banken unterziehen müssen, seitens der US-Regierung als störend angesehen, aber noch durchgeführt, besteht aus zwei Teilen. Beim ersten Teil wird geprüft, ob die Banken imstande wären, eine markante Finanzkrise zu überstehen. Beim zweiten Teil werden interne Planungen überprüft, auch, was geplante Ausschüttungen angeht. Das Ergebnis wurde am Donnerstag präsentiert: Einige US-Banken müssen ihre geplanten Ausschüttungen reduzieren, aber da bleibt noch eine ganze Menge übrig. Die Steuerreform hatte ja viele Unternehmen dazu gebracht, Aktien zurückzukaufen und die Dividenden zu erhöhen. Die Ankündigung des US-Präsidenten, dass die gesparten Steuern dazu führen würden, dass die US-Unternehmen in Massen neue Mitarbeiter einstellen, hat sich hingegen nicht erfüllt. Nachdem dieser zweite Teil des Stresstests die Möglichkeiten festgelegt hatte, verkündeten die US-Banken sofort ihre Ausschüttungen. J.P. Morgan Chase & Co. wird die Quartalsdividende deutlich von 56 auf 80 Cent anheben, zugleich werden bis zu maximal 20,7 Milliarden US-Dollar eigene Aktien zurückgekauft. Grandiose Nachrichten. Aber die Aktie schloss im Minus. Ein massives Warnsignal, zumal das auch noch an entscheidenden charttechnischen Unterstützungen passierte.

Expertenmeinung: Immerhin würden diese Aktienrückkäufe die Menge der umlaufenden Aktien um etwa 5,6 Prozent reduzieren, was hieße, dass der Gewinn sich um diesen Faktor auf weniger Aktien verteilt und damit der Gewinn pro Aktie automatisch steigt. Und dann gibt es auch noch mehr Dividende … der Kurs hätte in einem normalen Umfeld steigen müssen. Was er auch zu Handelsbeginn tat, wie der Chart zeigt. Die Aktie startete knapp 1,7 Prozent höher. Aber der Eröffnungskurs war quasi auch das Tageshoch. Am Ende schloss J.P. Morgan 0,7 Prozent tiefer. Die Dimension des Abschlags ist undramatisch, aber wenn dergleichen als Reaktion auf positive Nachrichten auftaucht, gehen bei den Tradern reihenweise rote Lichter an. Und Sie sehen: Ausgerechnet in diesem Bereich wären Käufe entscheidend, denn man bemüht sich seit Tagen, die mittelfristig wichtige Unterstützungszone 102,50/105,00 US-Dollar zu halten. Mit diesem Intrada-Turnaround wird das unwahrscheinlicher. Und bräche diese Zone, wäre damit ein mittelfristig relevantes Topp vollendet, das zwar bereits in der Zone 94,20/96,00 US-Dollar auf die nächste Auffangzone träfe, dessen rechnerisches Kursziel aber nur bei 89 US-Dollar liegen würde. Diese Woche wird wohl die Entscheidung bringen, ob J.P. Morgen den Anfang des Jahres etablierten Abwärtstrend noch einmal deutlich verlängern wird.

Chart vom 29.06.2018, Kurs 104,20 US-Dollar, Kürzel JPM

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