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Brent Crude Oil: Rasant an die 80 Dollar-Marke – und darüber hinaus?

Freie Bahn für die Bullen am Rohölmarkt. Ob Donald Trump das wundern wird? Der hatte im Vorfeld des OPEC-Treffens vor anderthalb Wochen gefordert, die Organisation möge die Förderung deutlich erhöhen, denn die Ölpreise seien zu hoch und die OPEC, natürlich, daran schuld. Jetzt mag er sich wundern, dass der Ölpreis nicht fällt, sondern steigt, nachdem die OPEC die Fördermengenbegrenzung zumindest aufgeweicht hatte. Doch das hat gleich drei handfeste Gründe. Zum einen zeigt der Chart, dass Brent Crude Oil im Vorfeld der OPEC-Entscheidung (am 22. Juni) bis zu zehn Prozent vom vorherigen Jahres-Verlaufshoch (80,29 US-Dollar) gefallen war. Viele hatten also vorher schon auf eine Ausweitung der Förderung gesetzt. Da die Entscheidung sehr vage ausfiel, indem man „prinzipiell“ zwischen 600.000 und einer Million Barrel pro Tag mehr fördern will, was aber im Höchstfall ein leichtes Überschreiten der vorherigen Höchstgrenze bedeutet, weil diese so gut wie nie ausgelotet wurde, war das kein Argument für weitere Verkäufe. Dafür aber eine Chance für die Bullen. Dass das Angebot weniger steigen würde, als die meisten im Vorfeld erwartet hatten, war eine offene Flanke derer, die dachten, OPEC-Sitzung würde der Startschuss sein, um die ein Jahr alte, mittelfristige Aufwärtstrendlinie zu brechen. Und dann kamen am Mittwoch vergangener Woche auch noch die wöchentlich veröffentlichten Öl-Lagerbestände aus den USA:

Expertenmeinung: Die Lagerbestände waren in der Woche, in der die OPEC diese nur höchst magere Fördermengenerweiterung entschied, massiv gefallen. Der Rückgang der Lagerbestände um 9,9 Millionen Barrel war der größte wöchentliche Rückgang seit August 2016. Weit mehr als im Vorfeld erwartet und der dritte deutliche Rückgang in Folge – mit zunehmender Intensität. Magere Ausweitung der Förderung, geplatzte Spekulation auf das Gegenteil und eine scheinbar deutlich anziehende Nachfrage – diese drei Argumente reichten, um den Kurs in der vergangenen Woche rapide ansteigen zu lassen. Dass gerade die nicht der OPEC angeschlossenen USA ihre Fördermenge immer höher schrauben und sich das seit Trumps Amtsantritt noch beschleunigt hat, wäre zwar ein Argument dafür, dass der Anstieg des Ölpreises begrenzt sein müsste. Aber meist siegen die Trader und ihre charttechnische Orientierung über faktische Veränderungen von Angebot und Nachfrage. Daher wäre es nicht überraschend, wenn der jetzt in Schlagdistanz gekommene Widerstand bei 80,29 US-Dollar mit relativ viel Schwung überwunden würde … zumal ein Sprung über 80 US-Dollar Brent Crude Oil in eine Zone tragen würde, in der die nächste potenzielle Widerstandsmarke zwar bei 88 US-Dollar läge (das Jahrestief 2012), diese aber schon so lange zurückliegt, dass sie einen Anstieg keineswegs zwingend aufhalten müsste.

Chart vom 29.06.2018, Kurs 79,23 US-Dollar, Kürzel COIL

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