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Lufthansa: Der Fahrstuhl läuft abwärts

Noch haben elf der zwanzig die Aktie beobachtenden Analysten für die Lufthansa-Aktie ein „Kaufen“-Rating. Noch liegt deren durchschnittliches Kursziel bei etwa 28,50 Euro. Aber ebenso, wie es seine Zeit dauert, bis alle Analysten aktuelle Analysen erstellt und ihr neues Kursziel ausgeworfen haben, wenn es zu einer Aufwärtswende kommt, gilt das auch für einen Schwenk des Kurses nach unten. Die Aktie fällt voraus, die Analysten laufen langsam hinterher. Es sei denn, es gäbe gar keinen Grund, dass der Kurs fällt. Aber das kann man, auch ohne genau hinzusehen, im Fall der Lufthansa wohl ausschließen: Ein Abstieg von 31,26 auf 20,55 Euro binnen eines halben Jahres, der zudem in einem sehr geradlinig wirkenden Abwärtstrend läuft, kommt nicht von Ungefähr. Das gesamte Jahr 2017 stieg die Aktie, wurde dadurch zum Spitzenreiter des DAX. Genau seit der Jahreswende fällt sie … bleibt das auch diesmal bis zum Jahresende so? Denkbar wäre es durchaus, denn die Aktie gehört zu den typischen „Fahrstuhl-Aktien“. Umsatz und Gewinn entwickeln sich bei solchen Unternehmen sehr zyklisch. Je stärker das Wachstum, desto mehr bleibt in der Kasse. Da war 2017 ein grandioses Jahr. Aber jetzt könnte der Wind eben drehen. Und das womöglich deutlich.

Expertenmeinung: Dass die Sitzauslastung im Mai gegenüber dem Vorjahr nur um 0,4 Prozent zulegen konnte, die Frachtauslastung im Vergleich zum Vorjahresmonat um herbe vier Prozent fiel, ist ein Warnsignal. Die Gesamtzahl der beförderten Passagiere stieg zwar zweistellig. Aber das gibt die tatsächliche Entwicklung nicht wieder, weil sich die Kranich-Airline 2017 durch Zukäufe deutlich vergrößert hatte. Und genau da liegt jetzt die Sorge der Investoren. Denn wenn man sich in guten Zeiten massiv vergrößert, ist der Ballast, den man aufgehäuft hat, wenn der Fahrstuhl der Konjunktur wieder nach unten fährt, umso größer und drückt schneller und schwerer auf den Gewinn. Derzeit beginnen die ersten Gewinnprognosen für 2018 schon kräftig zu sinken. Zu Jahresbeginn hatte man im Schnitt noch mit einem Gewinn gerechnet, der das Niveau des grandios gelaufenen Vorjahres erreichen würde (5,03 Euro/Aktie). Momentan liegt der Prognose-Schnitt, je nach Quelle, zwischen 4,35 und 4,50 Euro. Und das kann noch weniger werden, wenn sich die weltwirtschaftlichen Perspektiven durch den Handelskrieg weiter eintrüben. Hinzu kommt, dass die Aktie durch den kräftigen Abwärtsimpuls in der laufenden Woche gleich zwei mittelfristig äußerst wichtige Unterstützungen durchschlagen hat. Zum einen die aus dem Herbst 2016 stammende Aufwärtstrendlinie bei 22,10 Euro, zum anderen das markante Zwischenhoch aus dem Juli 2017 bei 21,23 Euro. Damit ist hier, wie dieser Chart auf Wochenbasis unterstreicht, auch aus charttechnischer Sicht der Daumen gesenkt. Die Aktie müsste über 24,40 Euro laufen, die seit Jahresanfang geltende Abwärtstrendlinie überwinden, um wieder ein bullisches Signal zu generieren. Das ist nicht unmöglich, aber derzeit wahrscheinlicher wäre, dass sie sich weiter abwärts, womöglich sogar in Richtung der Unterstützung bei 15,50 Euro orientiert, dorthin, wo in den Jahren 2015 und 2016 für den Fahrstuhl auf der Oberseite Endstation gewesen war.

Chart vom 28.06.2018, Kurs 20,55 Euro, Kürzel LHA

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