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Hapag-Lloyd ebenfalls mit Gewinnwarnung

könnenDie Hapag-Lloyd AG ist eines der weltweit größten Transport- und Logistikunternehmen. Die Flotte besteht aus 221 modernen Containerschiffen mit einem Transportvolumen von 9,8 Millionen Standardcontainern pro Jahr.
Das Unternehmen betreibt mit rund 12.300 Mitarbeitern weltweit mehr als 120 Liniendienste und Verbindungen zwischen mehr als 600 Häfen auf allen Kontinenten.
Zu den Angeboten gehören hierbei auch die Bereitstellung von Containern, Door-to-Door-Dienste, Gefahrenguttransporte oder auch die Beförderung von verderblichen Gütern und Pharmazeutika.

Umsatz ja, Gewinn nein

Mit Blick auf die zurückliegenden Jahre ergibt sich ein gemischtes Bild. Der Umsatz konnte nach der Finanzkrise fast stetig gesteigert werden. Seit 2010 kletterten die Einnahmen von 6,20 auf 9,97 Mrd. Euro im Vorjahr.
In den meisten Jahren wurde allerdings kein Gewinn erwirtschaftet. Nach einem Ergebnis von 0,19 Euro je Aktie im Vorjahr sollte nun die Wende erfolgen.

Bisher waren Analysten im laufenden Geschäftsjahr von einem Gewinn von 1,14 Euro je Aktie ausgegangen. Die Prognose von Hapag-Lloyd war vollmundig und daher waren die hohen Erwartungen nicht aus der Luft gegriffen.

Resultat: Gewinnwarnung

Statt mit einem deutlich steigenden operativen Gewinn rechnet der Konzern nur noch mit 200 bis 450 Millionen Euro nach 410 Mio. im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie dürfte also bestenfalls wieder im Bereich des Vorjahreswerts von 0,19 Euro ausfallen. Also dann doch „etwas“ weniger als der bisherige Konsens von 1,14 Euro.

Ursache hierfür seien die seit Anfang dieses Jahres unvorhergesehen stark gestiegenen und auch weiterhin steigenden operativen Kosten, insbesondere im Hinblick auf Treibstoffkosten und Charterraten, kombiniert mit sich langsamer als erwartet erholenden Frachtraten.

In Anbetracht dieser Tatsachen ist es wohl auch unwahrscheinlich, dass die noch weitaus höheren Gewinnerwartungen, von 2,50 Euro je Aktie, für das kommende Jahr erreicht werden.
Dementsprechend dürften zeitnah noch zahlreiche Downgrades und Senkungen des Kursziels ins Haus stehen. Auch die Dividenden steht wohl zur Disposition.

Fundamentale Bewertung

Gehen wir davon aus, dass ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielt wird, was dem oberen Ende der neuen Prognose entspricht. In diesem Fall kommt Hapag-Lloyd auf ein KGV von 150 und ein KGVe von 150 im laufenden Geschäftsjahr. Für den freien Cashflow wurde leider keine Prognose vorgelegt.

Aufgrund der sich aufhellenden Geschäftslage und des starken Ausblicks waren wir zuletzt eher positiv gestimmt. Immerhin konnte man damals noch von einer echten Trendwende ausgehend, ebenso von einem KGV von 24 für dieses und 13 für das nächste Geschäftsjahr. Doch das Unternehmen scheint dauerhaft nicht in der Lage zu sein, ein positives Ergebnis zu erwirtschaften.

Die kaum vorhandene Profitabilität ist vor allem problematisch, da auch fast 6 Mrd. Euro Schulden bedient werden müssen. Aus fundamentaler Sicht sollte man an diesem Punkt wohl Abstand von Hapag-Lloyd nehmen. Ein Zykliker, der in zehn Jahren Wirtschaftswachstum keinen Gewinn erzielt, wird es in der nächsten Flaute wohl sehr schwer haben.

Glücklicherweise lieferte die Charttechnik bereits erste Warnsignale, Zitat aus der letzten Analyse:

Kurzfristig spricht die Candlestick-Formation eher für eine Top-Bildung. Zwischen 35,50 und 36,50 Euro verlaufen bedeutende Widerstände, die den Bullen bisher Einhalt gebieten. Erst ein Ausbruch über diesen Bereich würde zu einem prozyklischen Kaufsignal führen.
Solange dies nicht gelingt, ist ein Rücksetzer in Richtung 33,50 und 32,50 Euro wahrscheinlicher. Hier könnte ein antizyklischer Einstieg gewagt werden, besonders attraktiv wäre der Bereich um 30,00 Euro.

Charttechnischer Ausblick

Unser avisierter Einstiegsbereich bei 30,00 Euro wurde erreicht, zeitweise notierte die Aktie sogar am unteren Aufwärtstrend. Hier verläuft die letzte Verteidigungslinie der Bullen.
Kann sich die Aktie über 30,00 Euro halten, wäre aus charttechnischer Sicht eine Gegenbewegung in Richtung 32,50 Euro durchaus möglich.
Darunter muss erneut der Bereich um 28,00 Euro ins Visier genommen werden. Wird der dort verlaufende Aufwärtstrend nachhaltig unterschritten, trübt sich das Chartbild nachhaltig ein.

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