Börsenblick

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Fielmann: Absturz nach Zahlen und Ausblick

Die Fielmann AG ist eine der führenden Optiker-Ketten in Europa und unangefochtener Marktführer in Deutschland. Das Unternehmen deckt als Hersteller, Agent und Augenoptiker die Wertschöpfungskette der Branche komplett ab.

Insgesamt verfügt Fielmann über mehr als 700 Fachgeschäfte, von denen sich knapp 600 in Deutschland befinden. Daneben ist das Unternehmen auch in Österreich, der Schweiz und angrenzenden Ländern vertreten. Neben Brillen vermarktet das Unternehmen auch Kontaktlinsen, Sonnen- und Gleitsichtbrillen sowie Hörgeräte. Die Produktionsstätten von Fielmann befinden sich ausschließlich in Deutschland.

Abzüge in der B-Note

Im Rückblick kann das Unternehmen überzeugen, die starke Performance der Aktie ist daher nicht verwunderlich. Seit 2010 stieg der Umsatz von 994 Mio. auf 1,39 Mrd. Euro. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität etwas verbessert und der Gewinn stieg von 1,40 auf 2,00 Euro je Aktie im zurückliegenden Geschäftsjahr. Man muss allerdings anmerken, dass das Ergebnis seit 2015 weitgehend stagniert. Das Geschäft lief also durchaus auch schon besser.
Dieser Eindruck wird mit Blick auf die Dividende noch verstärkt. Erfreulicherweise wurden die Ausschüttungen über all die Jahre stetig angehoben, doch leider stieg auch die Ausschüttungsquote immer weiter. Werden wie im Vorjahr 2,00 Euro Gewinn erzielt und 1,80 Euro ausgeschüttet, bleiben dem Unternehmen nur noch geringe Mittel für Investitionen.

Zahlen und Ausblick enttäuschen

Im ersten Halbjahr verzeichnete die Optiker-Kette allerdings schwächere Zahlen als erwartet. Der Umsatz stieg den vorläufigen Zahlen zufolge nur um 2% auf 711 Mio. Euro. Gleichzeitig war der Vorsteuergewinn auf Jahressicht um 123,6 auf 116,0 Mio. Euro rückläufig.

Als Gründe wurden um rund 10 Mio. Euro gestiegene Personalkosten angeführt, die vor allem auf eine große Zahl an Neueinstellungen zurückzuführen ist. Darüber hinaus belasten Digitalisierung, Währungseffekte und eine beschleunigte Expansion in Italien das Ergebnis mit jeweils rund 2 Mio. Euro.

Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Fielmann erwartet weiterhin einen Gewinn auf Vorjahresniveau und beim Umsatz „ein Wachstum wie im Jahr 2017“, was 3,7% entsprechen würde.

Fundamentale Bewertung

Anleger zeigten sich von dem schwachen Ausblick enttäuscht und die Aktie rauschte in die Tiefe. Auf Basis der neuen Zahlen müssen wohl auch die Konsenserwartungen nach unten geschraubt werden. Erwarteten Analysten für 2018 bisher 2,19 Euro Gewinn je Aktie, sind jetzt wohl eher 2,00 Euro realistisch.

Fielmann kommt dementsprechend auf ein KGV von 30 und auch auf ein KGVe von 30. Die Dividendenrendite liegt knapp unter 3,0%.

Sicher werden einige Anleger die derzeitige Bewertung im Zuge der Zahlen noch einmal überprüft haben. Die Schlussfolgerung dürfte nun näher an unserem Ergebnis liegen. Wie bereits in der letzten Analyse ausgeführt, erscheint diese Bewertung im Verhältnis zum nachlassenden Wachstum zu hoch. Wir bleiben bei unserer damaligen Haltung:

Es handelt sich bei Fielmann um ein sehr gut aufgestelltes, finanziell gesundes Unternehmen mit Potenzial und einem fähigen Vorstand. Die Bewertung ist mit einem KGV nördlich von 30 dennoch zu hoch.

Charttechnischer Ausblick

Im langfristigen Chart sind die parallel verlaufenden Aufwärtstrendlinien ersichtlich und sie sind weiter intakt. Der Kurssturz hat das übergeordnet bullische Bild demnach noch nicht zerstört.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Kurssturz nahe der Unterstützung bei 58,00 Euro und dem dort verlaufenden Aufwärtstrend vorerst aufgefangen wird. Eine technische Gegenreaktion könnte die Aktie oberhalb von 60,00 Euro in Richtung 63,30 Euro führen. Hier sollte der wert vorerst wieder zu Unterseite drehen. Gelingt allerdings eine Rückkehr über 63,30 Euro, würde sich die Lage wieder deutlich entspannen.
Fällt die Aktie hingegen unter 58,00 Euro, rückt der Support bei 55,00 Euro in den Fokus der Anleger.

20180629-fielmann-absturz-nach-zahlen-und-ausblick-ein-jahr

20180629-fielmann-absturz-nach-zahlen-und-ausblick-zehn-jahre

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