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Osram geht in den freien Fall über

Die Osram Licht AG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Lichtelementen. Vor dem Börsengang 2013 war das Unternehmen Teil des Siemens-Konzerns.
Das Portfolio reicht von Hightech-Anwendungen auf der Basis halbleiterbasierter Technologien, wie Infrarot oder Laser, bis hin zu vernetzten intelligenten Beleuchtungslösungen in Gebäuden und Städten.
Das Geschäft mit traditionellen Glühbirnen gehört nach dem Verkauf im Jahr 2017 an ein chinesisches Konsortium hingegen nicht mehr zum Konzern.

Was ist seit der Trennung von Siemens passiert?

Für die ehemalige Siemens-Tochter liegen ab 2012 Unternehmenszahlen vor, die allerdings eher durchwachsen ausgefallen sind.
Der Umsatz ist in diesem Zeitraum von 5,40 auf 4,13 Mrd. Euro gesunken. Seit dem Tiefstwert von 3,57 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2015 geht es allerdings wieder bergauf. Das Umsatzwachstum lag in den beiden Darauffolgenden Jahren immerhin bei knapp über 7% per annum.
Beim Gewinn zeichnet sich ein ähnliches Bild, hier wurde der Höchstwert allerdings erst 2016 mit 3,84 Euro je Aktie erreicht. Im vergangenen Jahr waren es dann nur noch 2,26 Euro je Aktie. Warum die Papiere dennoch eine massive Rallye vollzogen haben, darf man sich getrost fragen.

Quartalszahlen

Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr liegen bereits die Zahlen für die ersten zwei Quartale vor. Leider lösen sie auch keine Freudensprünge aus. Der Umsatz ist von 2,042 auf 2,038 Mrd. Euro leicht gesunken. Die Kosten sind hingegen etwas gestiegen und das operative Ergebnis war somit rückläufig. Der Gewinn je Aktie sank von 1,23 auf 1,07 Euro. Osram führte als Begründung vor allem negative Währungseffekte an.

Der Ausblick war bereits damals nicht besonders optimistisch. Für das Gesamtjahr erwartete der Konzern ein vergleichbares Umsatzwachstum von 3-5% und ein Ergebnis von 1,90 – 2,10 Euro je Aktie – weit unter den damaligen Analystenerwartungen von durchschnittlich 2,60 Euro je Aktie und dem Vorjahreswert von 2,26 Euro!

Es hagelt

Heute nun der nächste Schock. Die Prognose muss innerhalb weniger Wochen abermals gesenkt werden. Osram erwartet nur noch ein Umsatzwachstum von 1-3% nach bisher 3-5%. Doch jetzt kommt der absolute Tiefschlag, die Gewinnerwartungen müssen von 1,90 – 2,10 Euro auf 1,00 – 1,20 Euro je Aktie gesenkt werden. Das KGV für das laufende Jahr verdoppelt sich also nahezu.

Man muss sich nur noch einmal vor Augen halten, dass der Konsens vor kaum mehr als einem Monat noch bei 2,60 Euro je Aktie lag.
Mit Blick auf das Ergebnis im ersten Halbjahr von 1,07 Euro je Aktie wird darüber hinaus klar, dass der Vorstand für die restlichen sechs Monate faktisch nichts mehr erwartet.

Fragen über Fragen

Kann sich die Lage bei Osram binnen weniger Wochen tatsächlich dermaßen eingetrübt haben? Warum hat der Vorstand nicht schon damals die schwierige Lage kommuniziert? War die gegebene Prognose überhaupt noch zu rechtfertigen?
Die Konzernführung wird den Aktionären wohl noch einige Fragen beantworten müssen. Eine vertrauensbildende Maßnahme sind die Vorgänge sicherlich nicht.

Trotz des Kurssturzes kommt Osram für das laufende Jahr auf ein KGVe von 31,6 und es erscheint äußerst unwahrscheinlich, dass die Ziele für das Folgejahr erreicht werden können. Darüber hinaus droht auch noch eine Senkung der Dividende. Bisher war eine Ausschüttung von 1,07 Euro je Aktie geplant, die jetzt kaum mehr finanzierbar erscheint.

Charttechnischer Ausblick

Der Aufwärtstrend ist ohne jeden Zweifel durchbrochen. Bereits mit dem Schlusskurs der Vorwoche unter 47,50 Euro wurde ein Verkaufssignal generiert.
Osram hat mit dem heutigen Kurssturz ein neues Mehrjahrestief markiert und man muss schon etwas zurück, um noch charttechnische Unterstützungen zu finden. Unterhalb von 35,50 Euro, drohen nun weitere Verluste in Richtung 30,00 Euro.

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