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Deutsche Bank: Wann kommt der Turnaround

Die Deutsche Bank AG ist die mit Abstand größte Privat- und Firmenkundenbank in Deutschland und einer der weltweit führenden Finanzdienstleister. Mit 100.000 Mitarbeitern ist das Institut an 2.400 Standorten in über 50 Ländern vertreten.
Das operative Geschäft umfasst die Bereiche Corporate Banking & Securities, Private & Business Clients, Global Transaction Banking, Asset Management, sowie Private Wealth Management.

Darüber hinaus ist die Deutsche Bank an zahlreichen Unternehmen direkt beteiligt. Mit einem Anteil von über 90% ist der Konzern beispielsweise auch Hauptaktionär der Postbank. Ende 2016 betrug der Wert aller Engagements 78,6 Mrd. Euro und lag somit weit über dem Börsenwert der Deutschen Bank selbst. Dem stehen allerdings noch höhere Schulden gegenüber.

Wo soll man nur anfangen?

Das Unternehmen kämpft an allen Fronten mit Problemen und dementsprechend negativ sind die Analysen zur Aktie ausgefallen. Wie erwartet ist der Wert dann unter 11,00 Euro gefallen und hat erneut ein Verkaufssignal generiert. Das Kursziel bei 10,00 Euro wurde auch direkt erreicht. Wie es darunter aussieht, ergibt sich aus dem folgenden Zitat aus einer Analyse:

Für die Bullen geht es jetzt um alles. Fällt die Aktie nachhaltig unter 11,00 Euro, kommt es zu einem Verkaufssignal mit einem Kursziel bei 10,00 Euro. Diese psychologische Marke könnte vielleicht noch einmal Käufer anlocken. Darunter gibt es schlichtweg keine Unterstützungen mehr und es droht der Absturz.

Vielleicht gelingt der Turnaround

Unsere bisher äußerst negative Haltung sollte demnach klar sein und die Probleme sind auf dem Tisch. Wie die Bäume aber nicht in den Himmel wachsen, so kann ohne Insolvenz auch der Kursverfall nicht ewig anhalten. Käme das größte deutsche Geldhaus in derartige Schwierigkeiten, wären wohl sofort Regierung und Notenbank zur Stelle. „Too big to fail“.

Am Ende bleibt die Frage, ob es sich vielleicht um eine Übertreibung zur Unterseite handelt und welches Potenzial ein positives Szenario bieten könnte. Es wurden durchaus Schritte in die richtige Richtung unternommen.

Investmentbanking auf Schrumpfkurs

Im schwächelnden Investmentbanking soll kein Stein auf dem anderen bleiben, so lauteten die Meldungen. Gerade in den USA soll dieser Bereich deutlich verkleinert werden. Der neue CEO Sewing sprach von „schmerzlichen, aber unvermeidlichen Einschnitten“. Er sieht die Zukunft der Bank vor allem im klassischen Privat- und Firmenkundengeschäft und in der Vermögensverwaltung.
Diese Maßnahmen sind aus Sicht der Aktionäre absolut zu begrüßen. Risikoreiche und zudem auch noch wenig profitable Unternehmensteile werden gestutzt, das hätte viel früher geschehen sollen.

Postbank und Einsparungen

Ein weiterer Schritt in Richtung klassisches Bankgeschäft ist die nun doch noch kommende Eingliederung der Postbank. Die Zahl der Beschäftigten im Privat- und Firmenkundengeschäft beider Banken könnte dann von derzeit rund 30.000 auf 24.000 sinken.

Doch auch in anderen Bereichen und Regionen möchte man sich verkleinern. Insgesamt könnte sich der Konzern von 10% aller Mitarbeiter trennen. Das ist im Einzelfall natürlich bedauerlich, aber die Einsparungen wären erheblich und auf betriebsbedingte Kündigungen möchte man verzichten.
Bei Personalkosten von zuletzt 12,25 Mrd. Euro im Jahr 2017, könnte man immerhin 1,2 Mrd. Euro einsparen. Doch auch in den letzten beiden Jahren wurde die Zahl der Angestellten bereits um fast 4% reduziert, ein positives Ergebnis konnte dennoch nicht erzielt werden.

Der Zusammenschluss hat aber auch noch weitere Vorteile, denn zukünftig kann die Deutsche Bank auch die Einlagen der Postbank nutzen und stärkt somit die eigene Kapitalbasis.

Fundamentaler Ausblick

Gehen wir in einem positiven Szenario davon aus, dass die Deutsche Bank weitere Fortschritte macht und die Prognosen erfüllt werden können. In diesem Fall käme das Geldhaus in diesem Jahr auf ein KGVe von 18 und für das Folgejahr auf einen Wert von 9,5. Die Dividende soll ebenfalls deutlich erhöht werden und könnte dann einer Rendite von über 3% entsprechen.
Selbst wenn die Erwartungen erfüllt werden, wäre das für einen strauchelnden Konzern noch immer kein Schnäppchen. Doch zumindest hätten dann die schlechten Nachrichten ein Ende und es ist durchaus plausibel, dass die Aktie in diesem Fall zulegen kann.

Für Anleger, die bereits seit Jahren investiert sind, sieht es allerdings schlecht aus, selbst wenn man irgendwann wieder an die alte Ertragskraft anknüpfen kann.
Denn durch die massive Verwässerung der Aktien, entfällt ein viel geringerer Anteil der Gewinne auf jedes Papier. Während ein Gewinn von 6,5 Mrd. Euro im Jahr 2007 noch einem Ergebnis von 13,05 Euro je Aktie entsprach, wären es heute nur noch knapp über 3,00 Euro, es handelt sich nicht um einen Fehler, es sind „drei Euro“.

Fazit: Für Altaktionäre mit hohen Einstiegskursen sieht es also schlecht aus. Greifen die beschlossenen Maßnahmen allerdings und es kommen plötzlich positive Nachrichten oder starke Quartalszahlen, könnte es zu einem Kurssprung kommen.

Charttechnischer Ausblick

Die Deutsche Bank ist übergeordnet natürlich weiterhin bärisch und wird von Abwärtstrends beherrscht. Die Aktie ist allerdings auch weit von den gleitenden Durchschnitten entfernt.

Was derzeit leider noch fehlt, wäre ein richtiges Paniktief, die jüngsten Kursverluste waren eher still und leise. Nach einem echten Ausverkauf könnte die Trendwende endlich erfolgen. Es bleibt abzuwarten, von welcher Basis aus.

Kann die Unterstützung bei 9,00 Euro verteidigt werden, könnte es durchaus zu einer Erholung in Richtung 10,00 Euro kommen. Fällt der Wert nachhaltig unter 9,00 Euro, droht weiteres Ungemach und es stünden wohl 8,00 Euro zur Disposition.

 

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