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TecDAX: Ein Deichbruch ist jetzt jederzeit möglich!

Crashs sind eine absolute Seltenheit. Aber es ist durchaus nicht so, dass man sie deswegen einfach ausschließen dürfte. Und es ist eine landläufige, aber falsche Ansicht, dass sie völlig unerwartet kämen, über Nacht über die Anleger hereinbrechen würden. Oft, so wie der Crash 1987, häufen sich im Chartbild vorher die Warnsignale. Nur werden die von vielen Akteuren ignoriert, die weiterhin stur Long bleiben. Nicht wegen positiver Rahmenbedingungen (die dann meist längst eingetrübt sind), sondern, weil es so lange gutgegangen ist. Hinzu kommt noch oft eine im Chart vorab erkennbare „Lawinengefahr“. Das heißt, dass sich unterhalb eines kritischen „Punkt X“ zahlreiche weitere, wichtige Unterstützungslinien befinden. Zu einer Verkaufslawine kommt es, wenn Stop Loss-Verkaufsorders, die durch den Bruch der obersten Linie ausgelöst werden, so massiven Druck auslösen, dass sie den Kurs gleich unter die nächste mit vielen Stop Loss abgesicherte Auffanglinie drücken, diese Stop Loss auslösen, erneuten Druck generieren und somit die nächste Supportlinie brechen und so fort.

Und das könnte dem TecDAX blühen? Ja, wobei man, wenn man von Crashs spricht, ganz dick „könnte“ dazuschreiben müsste. Besser wäre, hier über das Risiko eines „kapitalen Kursrutsches“ zu sprechen. Was die Rahmenbedingungen angeht, muss man die nicht lange ausführen. Jeder ist sich darüber im Klaren, dass die sich verhärtenden Fronten im Handelskrieg in die Eskalation führen dürften. Doch was genau passieren wird, weiß angesichts der Unberechenbarkeit der US-Regierung niemand, der Schaden ist weder in seiner Größe absehbar noch könnte man abschätzen, welche Unternehmen es treffen könnte. Das ist wie ein Minenfeld, bedeutet große Unsicherheit. Und das ist Gift für den Aktienmarkt.

Was die Charttechnik und die dort aufgetauchten Warnsignale angeht, hat der TecDAX allerhand zu bieten. Zunächst sehen wir im Chart auf Wochenbasis, dass das Kursverhalten nach dem Anstieg über die Hochs des Frühjahrs ungewöhnlich war. Wir sehen eine nur geringe Neigung zu Anschlusskäufen. Erst in der vorvergangenen Woche startete der TecDAX durch … und dieses Durchstarten endete in einem „Shooting Star“, einer zwar grünen Kerze, deren langer oberer Docht aber zeigt, dass diese Rallye teilweise abverkauft wurde. Aus „teilweise“ wurde in der vergangenen Woche „ganz“. Und zum Wochenstart fiel der Index wieder dorthin, wo er im Mai hergekommen war: an die Hochs vom Januar und März.

Der Chart auf Tagesbasis zeigt, dass der Abverkauf der Rallye am 15. Juni stattfand. Das war der Tag des „dreifachen Hexensabbat“, der Abrechnung von Optionen und Futures. Das weckt sofort die Aufmerksamkeit der Trader, denn es deutet an, dass die Rallye womöglich nur auf diese Optionsabrechnung ausgerichtet und deswegen kurzlebig war. Und da kommt der Gedanke auf, dass dieser gesamte Anstieg über die Hochs des ersten Quartals nur eine Trading-Rallye gewesen sein könnte. Dass der TecDAX beim Abverkauf an diesem 15. Juni auch noch ein „bearish engulfing pattern“ produzierte, war ein weiteres Warnsignal im Candlestick-Chart. Hinzu kommt das Verkaufssignal im Trendfolge-Indikator MACD und der vergangene Woche erfolgte Bruch der 20-Tage-Linie. Der Versuch, die 20-Tage-Linie zurück zu erobern, wurde abverkauft … und mündete am Montag darin, dass der TecDAX auf den Hochs vom Januar und März bei 2.726/2.733 Punkten aufsetzte. Und die Gegenwehr des gestrigen Dienstags? Die war überschaubar. Das macht deutlich: Man hat die Gefahr erkannt. Kaum jemand mag zugreifen, weil alle sehen: Der Deich kann jeden Moment brechen.

Chart vom 26.06.2018, Kurs 2.745,36 Punkte, Kürzel TDX

Was die „Lawinengefahr“ angeht, zeigt der Tageschart: Die 200-Tage-Linie ist relativ nahe (2.597 Punkte). Würde die durch den Schwung eines Abverkaufs fallen, kann das den Index schnell bis in den Bereich der unteren Wendemarken ab November zwischen 2.406 und 2.464 Punkten drücken. Und das hieße, wenn Sie sich noch einmal den Wochenchart ansehen, neue Jahrestiefs und den Rückfall in den langfristigen Aufwärtstrendkanal mit erst einmal viel Spielraum nach unten. Ob es zu einem solchen Abverkauf kommt, ist offen. Klar ist aber eines: Es könnte jederzeit passieren, es sei denn, die Gesamtsituation hellt sich deutlich auf und der TecDAX würde klar über der derzeit bei 2.823 Punkten verlaufenden 20-Tage-Linie schließen.

Chart vom 26.06.2018, Kurs 2.745,36 Punkte, Kürzel TDX

 

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