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DAX: Erst der langfristige Chart zeigt die eigentliche Gefahr!

Die abgelaufene Woche stand unter dem Zeichen einer sukzessiven Verschärfung des von den USA losgetretenen Handelskonflikts. Die europäischen Gegenzölle sind nunmehr in Kraft. Die USA verlängerten ihre Liste potenzieller Strafzölle gegen China, weil dem US-Präsidenten die Reaktionen Chinas nicht passen. Und aus China kam der Hinweis, dass man durchaus auch die großen Unternehmen im Dow Jones ins Visier nehmen könnte, was Gegenmaßnahmen angeht, sofern die USA sich weiter derart irrational verhalten. Und weit und breit hört man nichts davon, dass sich die Entscheider zusammensetzen und vernünftig reden würden. Die Anleger werden nervös. Und das nicht nur wegen dieser Nachrichtenlage, sondern weil auch Analysten, Volkswirte und Unternehmen langsam unruhig werden:

Erste europäische Volkswirte senken ihre Wachstumsprognosen. Daimler gab eine Gewinnwarnung heraus, die Strafzölle für europäische Autos noch nicht einmal beinhaltet. Kursziele einzelner Aktien werden auf einmal zügig gesenkt. Und über diese eher wenig beeindruckenden „Gegen-Zölle“ auf Harley Davidson-Motorräder, Erdnussbutter, Jeans und Bourbon-Whisky hinaus wirkt Europas Politik wie gelähmt, kommt nicht über Warnungen hinaus, dass eine Verschärfung des Konflikts allen schaden würde. Das Dumme ist: Das hat der US-Präsident mittlerweile auch erkannt, aber das sieht er als notwendigen Flurschaden auf dem Weg zu einer am Ende siegreichen US-Politik an. Und der DAX rutscht ab, es wundert in diesem Umfeld wirklich nicht. Aber die 430 Punkte, die in der abgelaufenen Handelswoche an Abschlägen zu verbuchen waren, können gut und gerne erst der Anfang eines deutlich größeren Abwärtsimpulses sein.

Das fällt im Chart auf Tagesbasis weniger auf. Da sehen wir zwar, dass der deutsche Leitindex nur eine Woche nach dem Versuch, sich mit dem Rückenwind der EZB und eines fallenden Euros über das Mai-Hoch (13.204 Punkte) in Richtung des bisherigen Rekordhochs (13.597 Punkte) zu schieben, aus der breiten Unterstützungszone, die ihm dafür als Sprungbrett dienen sollte, nach unten herausgerutscht ist. Man sieht auch, dass der Versuch des Freitags, sich wieder in diese Zone zurück zu begeben, recht kraftlos wirkt. Und man erkennt, dass nach unten aus charttechnischer Sicht bis an die drei Wendemarken vom Februar und März bei 12.003, 11.831 und 11.727 Punkten keine wirklich vertrauenerweckend wirkenden Unterstützungen warten. Aber ein Blick auf den Chart auf Wochenbasis macht deutlich, dass das eigentliche Risiko eine ganz andere Dimension hat. Und wenn man sich überlegt, welche Folgen diese aggressive und zugleich toxisch auf das Wachstum wirkende US-Politik haben kann, wäre es keineswegs aus der Welt, dass Realität wird, was bislang im langfristigen Chart nur als Möglichkeit auftaucht:

DAX_2018_06_25_Day

Chart vom 22.06.2018 auf Tagesbasis, Kurs 12.579,72 Punkte, Kürzel DAX

Eine breit angelegte Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation. Würde der DAX die bisherigen Jahrestiefs bei 11.727 Punkten durchschlagen, wäre damit zum einen der längerfristige, aus dem Februar 2016 stammende Aufwärtstrend gebrochen, zum anderen aber auch die Nackenlinie dieser potenziellen Schulter-Kopf-Schulter unterboten, die Formation somit vollendet und das Chancen-Pendel dadurch tief im Lager der Bären angekommen. Kurslevels in der Region 10.500/10.800 Punkte wären dann recht zügig erreichbar.

DAX_2018_06_25_Week

Chart vom 22.06.2018 auf Wochenbasis, Kurs 12.579,72 Punkte, Kürzel DAX

 

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