Börsenblick

Zurück September Weiter
Zurück 2018 Weiter

Infineon könnte es in einer Krise hart treffen

Die Infineon Technologies AG ist ein im Jahr 1999 durch die Ausgliederung aus der Siemens AG hervorgegangener Halbleiterhersteller. Der Konzern fokussiert sich bei der Entwicklung seiner Halbleiter- und Systemlösungen schwerpunktmäßig auf Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit. Infineon hat das Geschäft in vier Bereiche organisiert: Automotive, Industrial Power Control, Power Management & Multimarket sowie Chip Card & Security.

Wachstum beschleunigt sich

In den zurückliegenden zehn Jahren ist der Umsatz von 4,32 auf zuletzt 7,06 Mrd. Euro gestiegen, aber fast das gesamte Wachstum entfällt auf die Jahre nach 2014. Beim Ergebnis ist die Entwicklung allerdings schlechter, hier wurde der Höchstwert von 2011 bis heute nicht mehr übertroffen.

Das zurückliegende Geschäftsjahr war in diesem Zusammenhang jedoch eher erfreulich. Der Umsatz legte um 9% auf 7,06 Mrd. Euro zu und das Ergebnis klettere zumindest noch um 6% auf 0,70 Euro je Aktie.
Da das Geschäftsjahr bis Ende September läuft, liegen inzwischen auch die Zahlen für die ersten beiden Quartale vor. In den ersten sechs Monaten legte der Umsatz auf Jahressicht um knapp 6% auf 3,61 Mrd. Euro zu. Der Gewinn konnte allerdings stark überproportional gesteigert werden du somit lag das Ergebnis mit 0,59 Euro je Aktie deutlich über dem Vorjahreswert von 0,32 Euro je Aktie.

Der Ausblick wurde aufgrund geänderter Erwartungen für den EUR/USD-Wechselkurs etwas angepasst. Das Unternehmen erwartet ein Umsatzwachstum von 4-7% und einen Konzernüberschuss von „deutlich über einer Milliarde Euro“.
Die Konsenserwartungen 0,94 Euro je Aktie für das Gesamtjahr scheinen demnach absolut erreichbar.

Infineon kommt somit auf ein KGV von 33,9 und ein KGVe von 25,3 für das laufende Geschäftsjahr. Die Dividendenrendite liegt bei rund 1,1%. Die Aktie geht also nicht gerade als Schnäppchen durch, gerade für ein unstetes Geschäft. Aus fundamentaler Sicht ist die Bewertung nur zu rechtfertigen, wenn man die These vertritt, dass das Wirtschaftswachstum noch auf Jahre hinweg anhalten wird.

Mehr Risiko als Chance?

Infineon ist ein typischer Zykliker und stark konjunkturabhängig. Dieser Umstand lässt sich auch anhand der Unternehmenszahlen erkennen, denn in Krisenzeiten können die Einnahmen mitunter massiv einbrechen. Im Geschäftsjahr 2009 halbierte sich der Umsatz beispielsweise nahezu und im Anschluss konnte erst 2014 knapp ein neuer Umsatzrekord erzielt werden. Diese Tatsache sollte immer in die Bewertung zyklischer Unternehmen einfließen, doch die letzte Krise liegt lange zurück und die Börse scheint diese Binsenweisheit vollkommen vergessen zu haben.

Die derzeitige Bewertung von Infineon ist quasi eine Wette auf eine anhaltend positive konjunkturelle Entwicklung. Dieser Standpunkt ist durchaus vertretbar, denn derzeit deutet wenig auf eine sofortige Rezession hin. Doch es muss immer auch das Chance-Risiko-Verhältnis betrachtet werden und hier wird es eher schwierig.

Historisch hohe Bewertung

Die Aktie von Infineon hat eine massive Rallye vollzogen und das KGV war 2017 mit 32,6 auf dem höchsten Niveau seit mehr als zehn Jahren. Die Bewertung lag also mehr als 50% über dem historischen Durchschnittswert von 20. Nach der Finanzkrise liefen Aktienkurs und Gewinn über Jahre hinweg quasi Hand in Hand, erst seit 2016 ist es zu einer Abkopplung gekommen.
Doch jede Expansion hat ein Ende und kommt es zu konjunkturellen Problemen, könnte es gerade Infineon mit am schwersten Treffen.
Bis dahin bleibt der Halbleiterhersteller ein gutes aber zyklisches Unternehmen mit einem im historischen Vergleich sehr hohen KGV, was einen immer zur Vorsicht mahnen sollten.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie befindet sich zwar in einem stabilen Aufwärtstrend, kommt allerdings seit Monaten auf der Oberseite nicht mehr weiter. Im Widerstandsbereich zwischen 25,00 und 25,50 Euro hat sich ein multiples Top ausgebildet. Es besteht nun durchaus die Gefahr, dass der Wert deutlich nachgibt. Unterhalb von 23,30 Euro lägen die nächsten Kursziele bei 22,00 und 21,00 Euro.

20180622-infineon-koennte-es-in-einer-krise-hart-treffen

Auch interessant:

Smart Beta ETFs im Fokus: Wie lege ich mein Geld an? Interview mit Markus Kaiser | LYNX fragt nach
DAX Prognose - Die Rallye zum Jahresende kommt! Interview mit Börsenopitmist Heiko Thieme | LYNX
Eine Optionsstrategie für unter 250 Dollar pro Position- Webinar 13.09.18 Claudia Jankewitz | LYNX
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN