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Deutz könnte noch Einige überraschen

Deutz ist ein deutsches Traditionsunternehmen und ein unabhängiger Hersteller von Dieselmotoren. Die Produktpalette reicht dabei von Motoren mit einer Leistung von 19 bis 620 KW für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen wie zum Beispiel Traktoren, Lkws, Baumaschinen, Bahnantrieb, Stromerzeugung oder Bohrmaschinen.

Das Unternehmen teilt sein operatives Geschäft in die beiden Segmente Deutz Compact Engines für Motoren mit bis zu 8 Liter Hubraum und Deutz Customised Solutions für größere Motoren und Sonderanfertigungen. Wobei rund 85% des Umsatzes auf Deutz Compact, also kleinere Motoren entfällt.

Zu Unrecht abgestraft?

Im Zuge des Dieselskandals wurde die Aktie immer wieder in Sippenhaft genommen, was aber unbegründet erscheint. Inzwischen entfallen unter 5% des Gesamtumsatzes auf den Bereich Automotive und auch hier handelt es sich weitgehend um LkW-Motoren und nicht um PkW.
Dadurch könnten auch die jüngsten Kursverluste teilweise zu erklären sein, denn die operative Entwicklung ist sehr erfreulich. Größere Sorgen bereiteten zuletzt eher eine mögliche Wertkorrektur beim chinesischen Gemeinschaftsunternehmen Deutz Dalian.

Das Hauptgeschäft entfällt auf den Bereich Baumaschinen, der im Vorjahr für rund 30% des Umsatzes verantwortlich war. Darauf folgen Service (rund 21%), Material Handling (rund 18%), Landtechnik (rund 15%) und stationäre Anlagen (rund 10%).
Das Geschäft von Deutz ist dementsprechend stark diversifiziert und stützt sich keineswegs auf einen einzelnen Sektor. Dennoch sollte beachtet werden, dass es sich dennoch um weitgehend zyklische Güter handelt. Gerade in Krisen ist die Nachfrage für Baumaschinen eher rückläufig.

Zykliker mit Problemen

Dieser Umstand lässt sich auch an den Unternehmenszahlen erkennen. In der Finanzkrise war der Umsatz spürbar eingebrochen. Das ist keine Überraschung und problematisch ist auch eher die auch langfristig fehlende Wachstumsdynamik.
Der Umsatz hat erst im zurückliegenden Geschäftsjahr wieder das Vorkrisenniveau erreicht und auch bei der Profitabilität hatte man über Jahre hinweg ernsthafte Probleme.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war jedoch äußerst erfolgreich. Der Auftragseingang lag über dem Umsatz und dieser legte bereits um 17,4% auf 1,48 Mrd. Euro zu. Gleichzeitig stiegen die Margen und das Ergebnis legte von 0,14 auf 1,00 Euro je Aktie mehr als deutlich zu.

Vorerst läuft es rund

Im ersten Quartal konnte nahtlos an die positive Entwicklung angeknüpft werden. Bei vollen Auftragsbüchern kaum eine Überraschung. Der Umsatz klettere auf Jahressicht von 353 auf 415 Mio. Euro, das Ergebnis blieb jedoch etwas dahinter zurück und stieg von 0,13 auf 0,15 Euro je Aktie. Der Auftragseingang lag mit 574,9 Mio. Euro erneut weit über dem Umsatz und spricht für eine anhaltend starke Entwicklung in den kommenden Quartalen.
Die Prognose wurde bestätigt und Deutz erwartet für 2018 weiterhin „einen deutlichen Umsatzanstieg“.

Erwartungen zu pessimistisch?

Deutz kommt für das abgelaufene Geschäftsjahr auf ein KGV von 7 und ein KGVe von 17. Analysten gehen also trotz des starken Umsatzwachstums und voller Auftragsbücher von einem Ergebnis von 0,40 Euro je Aktie aus. Diese Einschätzung könnte sich als allzu pessimistisch herausstellen, denn bereits im Verlauf des letzten Jahres mussten die Schätzungen mehrfach zur Oberseite revidiert werden.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie von Deutz hat zuletzt scharf korrigiert und ist vom Jahreshoch rund 20% zurückgekommen. Der Aufwärtstrend ist dennoch weiter intakt und es scheint, also würden die Papiere nahe der Unterstützung bei 7,00 Euro auf größeres Interesse stoßen. Kann dieser Bereich verteidigt werden, besteht durchaus die Chance auf erneute Kursgewinne in Richtung 7,40 und 7,90 Euro.
Sollte sich die Korrektur hingegen fortsetzen, würde wohl die untere Aufwärtstrendlinie und die Unterstützungszone zwischen 6,50 und 6,70 Euro in den Fokus rücken.

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