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Delivery Hero: Neu dabei und schon zu teuer?

Delivery Hero ist seit einigen Tagen neu in den MDAX aufgestiegen und genau das, was man hinter dem Namen vermuten darf: ein Bestell- und Lieferservice für Mahlzeiten. Wobei das in Berlin beheimatete Unternehmen zwar hierzulande an der Börse notiert ist, aber in gut 40 Ländern weltweit agiert. Delivery Hero expandiert schnell, der Umsatz stieg von nur 88 Millionen Euro im Jahr 2014 (gegründet wurde das Unternehmen 2011) auf 544 Millionen im Jahr 2017 und soll, so die durchschnittliche Perspektive der Analysten, im Jahr 2019 die Grenze zu einer Milliarde überschreiten. Die Sache hat aber einen Haken: Mit einem Gewinn rechnet 2018 selbst das Unternehmen nicht, das bislang immer in den roten Zahlen operierte. Die EBITA-Marge (d.h. der Anteil des Gewinns … bzw. hier des Verlusts … nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen vom Umsatz) soll zwischen -5 und -8 Prozent liegen. Kommendes Jahr wird man sich, so die Konsens-Erwartung der Analysten, schon sehr nahe an die Gewinnschwelle heranpirschen, die aber wohl auch da noch nicht überschreiten. Doch das wird schon, zumindest sind die Analysten fast einhellig dieser Meinung. Wenn das Umsatzwachstum vorhält, wird die Gewinnschwelle automatisch bald erreicht.

Expertenmeinung: Das muss man nicht anzweifeln, wobei sich natürlich ein Rückgang des Wirtschaftswachstums, der in der derzeitigen Gemengelage greifbar ist, bremsend auf den Umsatzanstieg auswirken dürfte. Aber der eigentliche Knackpunkt ist, dass es damit bislang schwer einzuschätzen ist, ob diese Aktie nicht schon ein wenig zu teuer ist. Denn auch, wenn fast alle Analysten für Delivery Hero eine „Kaufen“-Einstufung halten, deren durchschnittliches Kursziel liegt bei 45 Euro. Und da ist die Aktie jetzt angekommen. Zwar zeigt der Chart ein äußerst bullisches Bild, immerhin ist die Aktie seit Montag durchgestartet und hat die vorherigen Hochs mit Schwung überboten. Aber das fiel mit der Aufnahme in den MDAX zusammen. Da dürften Käufe von den Index abbildenden Fonds ihren Teil dazu beigetragen haben. Und wer genau hinsieht, stellt fest: Keine der im Chart markierten Trendlinien ist eine „bestätigte“ Linie, auch der Aufwärtstrend dieser erst vor einem Jahr an die Börse gebrachten Aktie besteht nur aus zwei Punkten und ist damit in seiner Tragfähigkeit noch nicht bestätigt worden. Da wäre also Vorsicht angebracht … ein Stoppkurs im Bereich um 38/39 Euro wäre hier als Sicherungsleine durchaus einen Gedanken wert.

Chart vom 20.06.2018, Kurs 44,10 Euro, Kürzel DHER

 

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