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Gold: Hat dieses Minus die Weichen schon gestellt?

Was für ein Abverkauf! Rechnet man das Tageshoch des Donnerstags, als Gold den Ausbruch nach oben versuchte, mit hinein, waren es in der Spitze knapp 35 US-Dollar in wenig mehr als einem Handelstag, die der Goldpreis nach unten durchgereicht wurde. Aber ist das schon genug, um einen neuen Baisseschub einzuläuten? Richtig ist, dass der vergebliche Versuch, nach Wochen des lethargischen Seitwärts-Geschiebes im Handstreich über die 200-Tage-Linie hinauszukommen, dadurch sehr eindeutig ausgekontert wurde. Statt Rallye sahen die Akteure auf einmal rapide durchsackende Kurse, das ist angetan, den Bullen die Gegenwehr zu verleiden. Richtig ist ebenso, dass dadurch ein neues Jahres-Verlaufstief markiert wurde, das ist potenziell natürlich bärisch. Allerdings sehen wir im Chart, dass der Trendfolgeindikator MACD noch nicht ganz auf Verkauf gedreht hat und der Kurs an einer aus den Tiefs vom Juli und Dezember 2017 zu konstruierenden Aufwärtstrendlinie bei 1.272 US-Dollar erst einmal eine nahe liegende Unterstützung finden könnte. Diese Linie sollte ebenfalls auf Schlusskursbasis brechen, dann würde auch der MACD sein Abwärts-Signal generieren, dann wäre Abwärtspotenzial bis zur nächsten Auffanglinie bei 1.240 US-Dollar und die Weichen aus charttechnischer Sicht tatsächlich zu Gunsten der Bären gestellt. Kommt es dazu?

Expertenmeinung: Würde der Goldpreis noch allgemein als „sicherer Hafen“ bei kritischen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft angesehen, müsste er eigentlich mit Blick auf die aus den USA kommenden Risiken für den Welthandel und die anziehenden Zinsen zulegen. Aber das Auf und Ab des Goldes wird mehr und mehr von charttechnisch orientierten Tradern dominiert; als Krisenbarometer hat es, zumindest vorerst, ausgedient. Interessanter ist da die Korrelation von Euro/US-Dollar und dem Goldpreis. Fällt der Euro, steigt der US-Dollar, fällt Gold oft mit. So gesehen könnte man auf den ersten Blick unterstellen, dass dieser Abverkauf nur eine Reaktion auf den nach der EZB-Entscheidung markant abrutschenden Euro gewesen sei. Aber der Euro fiel vor allem am Donnerstag, Gold sah das Gros der Verkäufe hingegen erst am Freitag. Das wirkt sehr aufgesetzt. Fazit: Es spräche zwar nichts dagegen, dass Gold auch die in ihrer Tragfähigkeit noch nicht getestete Aufwärtstrendlinie bei 1.272 US-Dollar bräche, aber das ist auch keineswegs zwingend. Wir sehen hier bislang nur eine gezielte Attacke auf Trading-Ebene, die erst dann den Status eines tragfähigen Short-Signals erreichen würde, sollte Gold zeitnah unter eben dieser Linie schließen.

Chart vom 15.06.2018, Kurs 62,32 Euro, Kürzel DAI

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