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Dow Jones: Die bullische Defensive kann am Ende vergeblich sein

Aus einem recht großen Minus von in der Spitze fast 300 Punkten wurde am Freitag am Ende ein nur höchst moderater Abschlag von 85 Zählern. Was den Eindruck erweckt, dass die Bullen an der Wall Street das Geschehen absolut unangefochten dominieren und die Zuversicht unerschütterlich ist und bleiben wird. Aber das könnte sehr gut nur ein Eindruck sein, der schöne Schein, der dem bullischen Lager nur recht sein kann, weil allzu viel mehr als das die Kurse nicht trägt. Denn alleine, dass es am Freitag zunächst recht harsch abwärts ging, macht klar, dass die Investoren durchaus auf „bad news“ reagieren. Und die waren in der vergangenen Woche recht zahlreich. So nahmen die Akteure die rigide Ausrichtung der US-Notenbank, die derzeit von zwei weiteren Zinsschritten in diesem Jahr ausgeht, nicht gerade erfreut zur Kenntnis. Noch deutlich unerfreulicher war die heftige Reaktion der Euro/US-Dollar-Relation auf die Aussagen der EZB am Donnerstag. Der US-Dollar näherte sich mit einem rasanten Anstieg wieder den bisherigen Korrektur-Hochs zum Euro (d.h. Euro/US-Dollar fiel) und droht dadurch den für das US-Wachstum so wichtigen Währungsvorteil beim Export weiter zu dezimieren. Und dann ist da ja noch der Handelskrieg:

Expertenmeinung: Dass der US-Präsident am Freitag die nächste Runde einläutete, die man als Startschuss für eine sukzessive, gegenseitige Eskalation sehen darf, war negativ, wenngleich zu befürchten. Die Strafzoll-Liste gegen China wurde dort mit Gegenmaßnahmen beantwortet die, das hatte Trump gleich avisiert, nur noch mehr Strafzölle auslösen würden. Der Gedanke, dass China daraufhin klein beigibt, statt seinerseits noch mehr US-Importe höher zu besteuern, wäre naiv. Und Europa wird wohl sehr bald als nächstes dran sein. Den meisten Investoren an der Wall Street, den US-Unternehmen ohnehin, ist klar: Das geht auch zu Lasten der US-Wirtschaft. Da war kein Argument zu finden, warum der Dow Jones am Freitag scheinbar mühelos anfängliche Verluste zum Handelsende reduzieren konnte. Es waren zwei andere Aspekte, die dazu führten, dass das US-Index-Flaggschiff die Woche mit einem nur kleinen Minus beendete: der große Verfalltermin an der Terminbörse und die Charttechnik. Ersterer zieht, sofern grundsätzlich ein Aufwärtstrend vorliegt, meistens die Kurse. Oft werden Kurssteigerungen aber zurückgenommen, sobald diese – am Freitag absolvierte – Abrechnung der Futures und Optionen vorüber ist. Letzteres, die Charttechnik, sprach in den Tagen zuvor sukzessive für die Bären. In der abgelaufenen Woche sah der Index nach der grünen Kerze vom Freitag zuvor zwei Dojis und am Mittwoch dann eine rote Kerze – in der Kombination ist das als brisanter Abendstern mit zwei Köpfen zu sehen. Dem folgte am Donnerstag ein vergeblicher Versuch, die Formation durch steigende Kurse zu egalisieren und zuletzt dann das anfängliche Minus von beinahe 3300 Punkten, das den Index an die 20-Tage-Linie als nächstgelegene Unterstützung führte. Die Bullen mussten einfach dagegenhalten, diese 20-Tage-Linie verteidigen. Mithilfe des Rückenwinds des Terminbörsen-Verfalltermins am Freitag gelang das. Aber ob das ab heute ohne diese Terminmarkt-Stütze gelingen wird, ist fraglich. Schlusskurse unter dem April-Hoch (24.859) wären ein erstes, kurzfristig bärisches Indiz, ein Bruch des Ende Mai markierten Zwischentiefs und der 200-Tage-Linie durch Schlusskurse unter 24.200 Punkten ein bereits markantes Abwärts-Signal.

Chart vom 15.06.2018, Kurs 25.090,48 Punkte, Kürzel INDU

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