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Daimler: „Aufwärts“ nur eine theoretische Chance?

Die Erneuerung der Drohung, auf europäische Automobilimporte Strafzölle zu erheben, der direkte Schritt dorthin durch die Anordnung der Prüfung, ob dergleichen Einfuhren die nationale Sicherheit der USA bedrohen, diese Aktivitäten des US-Präsidenten schickten die Daimler-Aktie seit Ende Mai, als der Kurs dadurch unmittelbar vor dem Sprung über die 200-Tage-Linie abdrehte, zu Boden. Aber ist Daimler damit nur angezählt … oder tatsächlich vorerst k.o.? Könnte beispielsweise ein erneut und nachhaltig nach unten drehender Euro das Risiko von Umsatzeinbußen im US-Markt kompensieren? Diese Frage stellt sich derzeit allen Akteuren. Und leider lautet die Antwort: Das kann man noch nicht abschätzen. Erstens, weil man nicht weiß, in welcher Form und Ausprägung diese Strafzölle kommen werden. Nur die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu diesem Schritt kommt, ist jetzt sehr hoch, denn bislang sieht und hört man nur eindringliche Appelle der Europäer, diese destruktive Handelspolitik zu beenden, aber keine konkreten Verhandlungen. Zweitens, weil das darauf ankäme, wie weit der Euro abrutschen würde. Käme es zu Kursen unter 1,10 US-Dollar pro Euro, wäre das ein bedeutender Pluspunkt für den Export, sofern das mit einem vergleichbaren Abstieg zu den Währungen der wichtigsten Exportländer außerhalb der Eurozone einherginge. Aber da wäre auch noch das Problem China:

Expertenmeinung: China hat entschieden, die Einfuhrzölle für Autoimporte zu senken, aber eben nicht nur für US-Marken. Damit hätten die Europäer, die Japaner, Koreaner und US-Unternehmen weiterhin dieselben Rahmenbedingungen im Ringen um chinesische Käufer. So hat sich Präsident Trump das aber natürlich nicht vorgestellt. Sollte es gelingen, China dazu zu bringen, nur für US-Importe einen niedrigeren Zoll zu verlangen, wäre das ein weiteres Problem für Daimler. Mal davon abgesehen, dass zuletzt auch noch die Abgas-Problematik wieder in den Schlagzeilen auftauchte. So gesehen stehen die Chancen für eine nachhaltige Wende nicht gerade gut. Dass Daimler mit dem Rückenwind des fallenden Euro am Donnerstag schwungvoll an die nächstliegende Charthürde bei 63,78 Euro sauste, an dieser durch die 20-Tage-Linie verstärkten Widerstandsmarke am Freitag aber sang- und klanglos wieder abdrehte, ist ein Indiz dafür, dass die Bären derzeit weiterhin die besseren Karten hätten, ihr nächstes Kursziel, das Tief vom August 2017 bei 59 Euro, zu erreichen. Erst Schlusskurse über 64 Euro würden das Bild zu Gunsten der Bullen auf den Kopf stellen, den Weg in den Widerstandsbereich 67,65/68,50 Euro freigeben. Aber solange das im Vorfeld einer konkreten Entscheidung über die Strafzölle geschähe, hinge über einem solchen Long-Signal permanent ein äußerst scharfes Damoklesschwert!

Chart vom 15.06.2018, Kurs 62,32 Euro, Kürzel DAI

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