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Netflix: Unverhofft kommt oft

Ein Plus von acht Prozent in nur zwei Handelstagen, hinauf auf den neuen Schlusskurs-Rekord von 392,87 US-Dollar, bei einem Tageshoch von sogar 395,03 Euro-Dollar, das deutet auf herausragende Quartalszahlen oder zumindest die deutliche Anhebung der Umsatz- und/oder Gewinnprognose hin. Aber nichts von alledem war der Fall. Es war „nur“ die Anhebung des Kursziels für die Netflix-Aktie durch den für die Aktie zuständigen Analysten bei Goldman Sachs. Richtig ist: Diese Kursziel-Anhebung fiel gewaltig aus, von 390 auf jetzt 490 US-Dollar. Womit man bei Goldman Sachs einsam die Spitzenreiter-Position hält, niemand hatte zuvor ein höheres Kursziel als 420 US-Dollar. Falsch dürfte sein, dass man dort mehr als alle anderen weiß, das ist unwahrscheinlich. Aber es wird noch ein Monat vergehen, bis Netflix mit dem Ergebnis des zweiten Quartals aufwarten wird, Fakten die derzeitige Super-Spekulation ersetzen. Bis dahin wäre nach oben wohl nichts unmöglich. Aber auch nicht nach unten, denn gerade an der Börse gilt: Unverhofft kommt oft.

Expertenmeinung: Und das vor allem deswegen, weil prozyklisches Denken durch die hypnotische Wirkung starker Trends das Geschehen dominiert. Je intensiver ein Trend abläuft, desto weniger Marktteilnehmer kommen auch nur auf den vagen Gedanken, dass sich das ändern könnte. Und ignorieren dabei, weil es doch so problemlos läuft, jegliche Risiken, die bei Netflix aber gar nicht mal so klein sind. Auch, wenn die momentane durchschnittliche Gewinnprognose von fünf US-Dollar pro Aktie im Jahr 2019 einträfe (was eine Vervierfachung des Gewinns bei einer Verdoppelung des Umsatzes gegenüber 2017 wäre), hätte die Aktie damit dann ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von um die 80. Was zu rechtefertigen wäre, wenn das Wachstumstempo erhalten bliebe. Aber ist das mit aktuell über 125 Millionen Abonnenten denn wirklich machbar? Immerhin ist Netflix zwar ein Marktführer im Bereich der Media-Abos, aber Konkurrenten wie amazon prime schlafen nicht. Wo läge die „natürliche Grenze“ bei den Abonnements? Niemand weiß es. Und das interessiert derzeit auch niemanden, ebenso wenig wie der Aspekt, dass die immens teuren Produktionen fatal toxische Wirkung haben können, wenn sie zum Flop werden. Davon können Kinofilm-Produzenten ein Lied singen. Dies in Kombination mit jetzt auch noch die Zurückhaltung verlierenden Analysten macht deutlich: Diese Hausse ist riskanter, als die meisten denken, gerade weil so wenige fürchten, dass hier etwas schiefgehen kann. Umso hektischer wird man reagieren, wenn auch nur das kleinste Beben bei den Zahlen und/oder den Perspektiven auftaucht. Da die entscheidende Unterstützungszone der Aktie zwischen 320 und 354 US-Dollar und damit sehr weit entfernt liegt, hieße das, einen sehr heftigen Rücksetzer hinnehmen zu müssen, bevor klar würde, ob da dann ein Trendbruch entsteht oder nicht. Daher wäre es unbedingt zu überlegen, hier erste, kleine Teilgewinne zu realisieren und im Gegensatz zu denen, die gegenüber den Risiken blind sind, momentan besser nicht neu einzusteigen.

Chart vom 14.06.2018, Kurs 392,67 US-Dollar, Kürzel NFLX

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