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Nasdaq 100: Die Stimmung steigt, aber die Risiken steigen schneller

Ende April ging es beim Nasdaq 100 noch darum, die 200-Tage-Linie zu verteidigen. Jetzt, gut sechs Wochen später, hat der Index ein neues Rekordhoch erreicht. Und kaum jemand macht sich darüber Gedanken, dass es in eine Bullenfalle münden könnte, obwohl das vorherige Allzeithoch aus dem März nur wenig über das von Ende Januar hinauskam und diese damalige Bullenfalle in einer heftigen Korrektur endete. Warum sollte es diesmal nicht so kommen? Weil die Stimmung extrem bullisch ist? Gerade das ist ja gerne ein Kontraindikator, vor allem, wenn diese Stimmung nur darauf fußt, dass der Index entgegen der wachsenden Risiken neue Hochs markiert. Ein „jetzt erst recht“ ohne Unterbau ist das wackligste aller Argumente für steigende Kurse. Da müssten schon bessere Argumente her. Gibt es die? Im Gegenteil. Seit Ende April ist der US-Dollar vor allem zum Euro wieder kräftig gestiegen. Das verteuert die Exporte der US-Unternehmen in den wichtigen europäischen Markt. Dow Jones und S&P 500 haben das umgesetzt, notieren noch deutlich unter den bisherigen Hochs. Der Nasdaq 100 nicht … aber auch und gerade Technologie wird exportiert. Und auch Technologie wäre ein Bereich, der bei einer sich momentan abzeichnenden Eskalation des Handelskonflikts von Strafzöllen betroffen sein könnte. Das schließt man derzeit einfach aus – aber warum? Und damit nicht genug:

Expertenmeinung: Als die wichtigsten Unternehmen im Nasdaq 100 ihre Quartalsbilanzen Anfang Mai auf dem Tisch liegen hatten, notierte der Index um 6.800 Punkte, jetzt sind es fast 500 Punkte mehr. Auf besseren Quartalszahlen kann das also nicht basieren … sehr wohl aber auf der festen Überzeugung, dass die des zweiten Quartals absolut grandios sein werden. Was sich indes erst herausstellen muss, womit man wieder bei einer Rallye ohne Unterbau wäre. Und noch eines sollte man bedenken: Gerade dann, wenn die Vernunft eher für fallende Kurse spräche, werden sehr viele Anleger am Optionsmarkt, die deswegen Put-Optionen gekauft haben, bei einer Rallye auf dem falschen Fuß erwischt. Die großen Adressen am Terminmarkt, die Put-Optionen an die Anleger verkauft haben, finden deshalb ein ideales Niveau bei der Abrechnung der Optionen dort, wo so viel wie möglich Put-Optionen verfallen: am oberen Ende der Handelsspanne. Deswegen nennt man einen Abrechnungstermin am Terminmarkt sowie die Tage davor auch „Hexensabbat“: Dort kommt es wegen solcher Aspekte oft zu irrational wirkenden Kursbewegungen. Und heute findet eine solche Options-Abrechnung statt, was bedeutet: Diesem neuen Rekordhoch des Nasdaq 100 blind zu vertrauen und daraufhin Long zuzukaufen, wäre riskant und sollte wenn, dann mit hautengen Stoppkursen erwogen werden, wofür sich der doppelte Leitstrahl der Rallye aus April-Aufwärtstrendlinie und 20-Tage-Linie um 7.050 Punkte als Orientierung aufdrängen würde.

Chart vom 14.06.2018, Kurs 7.279,59 Punkte, Kürzel NDX

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