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Volkswagen Vz.: Vor dem Ausbruch aus einem „Super-Dreieck“?

Beim Bankhaus Metzler hob man das Kursziel für die Volkswagen-Vorzugsaktie am Mittwoch von stattlichen 215 auf noch stattlichere 270 Euro an. Damit hält Metzler die Spitze unter den Kurszielen der knapp 30 die Aktie beobachtenden Analysten. Aber damit erschöpften sich die guten Nachrichten bereits. Am selben Tag wurde Volkswagen verdonnert, in Deutschland für “Dieselgate“ eine Milliarde Euro Strafe zu zahlen. Auch, wenn die Strafe in den USA weit höher lag, eine Milliarde ist selbst für den VW-Konzern nichts, das man einfach aus der Portokasse bezahlt. Aber das eigentliche Problem heißt nicht mehr „Dieselgate“, sondern Trump. Noch, so scheint es, klammert man sich an die Hoffnung, der US-Präsident würde doch nicht Ernst machen, aber eigentlich spricht die Entwicklung von dessen Äußerungen dagegen. Immer öfter wettert er gegen europäische Autos auf US-amerikanischen Straßen. Und die eigentlich absurde Prüfung, ob der Import europäischer Autos die nationale Sicherheit gefährde, läuft. Bei der derzeitigen Administration sollte es nicht wirklich überraschen, wenn man Donald Trump da Recht geben würde. Zwar hat der US-Präsident offenbar vor allem Mercedes-Fahrzeuge auf dem Kieker, warum auch immer. Aber das hieße nicht, dass solche Strafzölle nicht auch den VW-Konzern treffen würden, vor allem, wenn etwas passiert, was man momentan womöglich gar nicht im Blickfeld hat:

Expertenmeinung: Trumps Unzufriedenheit mit den chinesischen Zusagen zum Thema Handelsbilanzdefizit rührt ja vor allem daher, dass die Zusage Chinas, die Einfuhrzölle u.a. für Autos zu senken, für alle Importeure gilt, also auch für die Europäer. Das entspricht nicht dem, was Trump unter „fair“ versteht, obgleich es genau das ist. Aber sollte es ihm gelingen, China so unter Druck zu setzen, dass diese Senkung nur noch für US-Fahrzeuge gälte, wäre das für VW fatal. Denn in den USA hat man zwar mit Audi und Porsche gut laufende Marken, aber die Kernmarke VW macht dort ohnehin seit Jahren keine nennenswerten Gewinne. US-Strafzölle würden VW daher weniger hart treffen als Daimler oder BMW. In China hingegen sähe das ganz anders aus. Die Risiken sind also derzeit nicht zu unterschätzen. So gesehen steht die Chance für bärische Trader nicht übel, hier recht bald einen starken Abwärtsimpuls zu sehen. Dieses langfristige Chartbild zeigt, dass die Aktie in den vergangenen Wochen ein klar unter dem markanten Hoch vom Jahresanfang liegendes Zwischenhoch ausgebildet hat. Der Kurs ist dabei jetzt bis an die 200-Tage-Linie abgerutscht, hat die mittelfristige Aufwärtstrendlinie vom Spätsommer 2017 bereits leicht unterboten. Dadurch ist VW in die Mitte eines „Super-Dreiecks“ gelaufen, das seine Ursprünge im Hoch vor dem „Dieselgate“-Crash bei 262 und bei dessen Tief bei 86 Euro hat. Derzeit liegen die Dreiecks-Linien bei 182 Euro auf der Ober- und 140 Euro auf der Unterseite. Würde die VW-Aktie dieses gewaltige Dreieck nach unten verlassen, wäre, wenn die Bären dabei Rückenwind durch eine Eskalation des Handelskrieges hätten, nach unten nichts unmöglich.

Chart vom 13.06.2018, Kurs 159,78 Euro, Kürzel VOW3

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