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Siltronic: Sehen wir hier bald einen Trendbruch?

Chiphersteller bewegen sich in einem äußerst konjunktursensiblen Umfeld. Gewinne können nahezu explodieren, wenn es gut läuft … und implodieren, wenn die Konjunktur wankt und die Kunden versuchen, Preisdruck auf die Zulieferer abzuwälzen. Wie extrem muss da die Konjunkturabhängigkeit sein, wenn man wiederum Zulieferer der Chipindustrie ist? Sehr extrem. Siltronic gehört als Wafer-Hersteller zu dieser Klientel. Und wenn man sich ansieht, dass das Unternehmen 2016 noch 40 Cent pro Aktie verdiente, die Analysten im Schnitt für 2018 aber knapp 12 Euro pro Aktie erwarten, sagt das alles. Da wundert es nicht wirklich, dass diese Aktie, die im Oktober 2016 noch kurzzeitig für unter 22 Euro zu haben war, in anderthalb Jahren, bis März 2018, in der Spitze um fast 630 Prozent zulegte, bei 160,55 Euro ein bisheriges Verlaufshoch markierte. Seither scheint aber der Wurm drin zu sein. Was ist los? Liegt es daran, dass die Analysten für 2019 nur noch eine geringfügige Gewinnsteigerung vermuten? Nein, es liegt eher daran, dass solche Prognosen bei einem derart konjunktursensiblen Unternehmen kaum möglich sind, denn das Wachstum ist eben wankelmütig. Und genau das bedenken diejenigen, die die Aktie seither tendenziell in Aufwärtsbewegungen verkaufen.

Expertenmeinung: Denn eines ist klar: Wenn das weltweite Wachstum zu wanken beginnt, es gar zu einer Rezession käme, wären die Gewinne wie in einem defekten Fahrstuhl nach unten unterwegs. Auch mit vergleichbarem Tempo. Und die Aktie natürlich mit ihnen. Man nennt besonders konjunkturabhängige Aktien nicht umsonst „Fahrstuhlaktien“. Der Unfriede, der von Washington aus den Welthandel erfasst hat (siehe Die Handelskrieg-Chronik – Was will Donald Trump erreichen?) und nicht mehr allzu überzeugende Konjunkturdaten weltweit sind durchaus ein guter Grund, vorsichtig zu werden. Aber ob eine damit denkbare Eintrübung wirklich stattfindet und darüber hinaus nachhaltiger Natur wäre, ist eine Frage, die sich noch nicht beantworten lässt. Klar wäre indes: Wenn das klar wäre, wäre eine Aktie wie Siltronic längst auf dem Weg nach unten, verkauft oder leer verkauft von denen, die das Gras wachsen hören. Hier bietet es sich daher an, sich weniger in Prognosen zu ergehen, als vielmehr stur charttechnischen Signalen zu folgen. Zumal die Aktie da eine sehr markante Schlüsselzone zu bieten hätte, unter der Siltronic aus charttechnischer Sicht die laufende, potenzielle Toppbildung vollendet und einen mittelfristig relevanten Trendbruch vollzogen hätte. Es ist die Zone 125 bis 131 Euro, in der sich die übergeordnete, aus dem Herbst 2016 stammende Aufwärtstrendlinie, die Trendlinie aus dem August 2017, das markante Tief aus dem April und die 200-Tage-Linie zu einem charttechnischen Ankerpunkt der besonderen Art ballen. Wird diese Zone fallen? Sollte es zu einem echten Handelskrieg kommen, dann wohl schon. Aber das weiß man eben noch nicht. Was man weiß: Wenn die Aktie diese Zone auf Schlusskursbasis eindeutig bricht, ist für Siltronic die Zeit der Bären gekommen.

WAF_2018_06_13

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