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Dialog: Keine Aktie ist stärker eingebrochen, jetzt Fusion?

Dialog Semiconductor ist einer der führenden Anbieter für hochintegrierte Halbleiterlösungen im Bereich Power-Management.
Mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit von Mobilgeräten ist auch der Energiebedarf deutlich gestiegen. Die Produkte von Dialog Semiconductor tragen zu einer effizienteren Nutzung der begrenzten Batteriekapazität bei und führen zu einer längeren Lebensdauer der Akkus. Derartige Power-Management-Chips finden ihren Einsatz in allen modernen, mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets.

Überzeugendes Wachstum

Dialog Semiconductor gehört zu den großen Wachstumsstorys. In den zurückliegenden zehn Jahren ist der Umsatz von 0,16 auf 1,35 Mrd. Euro regelrecht explodiert. Der Gewinn legte sogar noch überproportional von 0,15 auf 2,21 Euro je Aktie zu.

Doch seit 2014 stockt der Motor etwas und der Umsatz pendelte zwischen 1,15 und 1,35 Mrd. Euro. Gleiches gilt für den Gewinn, dieser schwankte zwischen 1,93 und 3,25 Euro je Aktie.

Bewertung im Branchenvergleich und Abhängigkeit von Apple

Trotz dieser Probleme ist die Bewertung des Unternehmens erstaunlich niedrig, vor allem im Branchenvergleich. Für die direkten Konkurrenten von Dialog Semiconductor wird am Markt das Mehrfache bezahlt. Das große Problem ist allerdings die Abhängigkeit von Apple.

Dieser Punkt ist durchaus problematisch, entfallen doch über 50% des Umsatzes auf den iPhone-Hersteller, der Gerüchten zufolge eigene Power-Management-Chips entwickelt. All diese Punkte habe ich in meiner letzten Analyse ausführlich besprochen. Wir hatten damals eine Gegenbewegung erwartet und immerhin knapp 10% wurden es dann auch.

Derzeit kommt Dialog Semiconductor auf ein KGV von 7,5 und ein KGVe für das bereits laufende Geschäftsjahr von 6,2. Das Unternehmen kann also keineswegs als teuer eingestuft werden. In Anbetracht der bestehenden Risiken ist ein deutlicher Abschlag im Vergleich zu den direkten Konkurrenten aber auch gerechtfertigt.

Der Kursrückgang scheint inzwischen doch aber grenzwertig. Binnen drei Monaten gaben die Papiere um knapp 40% nach, auf Sicht von einem Jahr sind es über 65%. Im gesamten HDax ist kein anderer Wert derartig stark eingebrochen.

Diversifizierung schreitet voran

Dialog Semiconductor ist dementsprechend bemüht unabhängiger vom Großkunden zu werden und die Sorgen zu zerstreuen. Der Vorstand verwies darauf, dass Dialog erst kürzlich von Apple mit dem Design neuer Chips beauftragt wurde, die 2019 geliefert werden sollen. Die Auftragslage scheint also vorerst gesichert.

Einen weiteren wichtigen Schritt in diese Richtung stellt sicherlich auch die Ende letzten Jahres durchgeführte Übernahme von Silego für rund 235 Mio. Euro dar. Das Unternehmen ist der Weltmarktführer für sogenannte CMICs. Die neuartigen Chips können auf besonders kleiner Fläche sowohl analoge als auch digitale, diskrete und logische Signale verarbeiten und werden daher in einer ganzen Reihe von Wachstumsmärkten wie IoT und autonome Fahrzeuge stark nachgefragt.

Wohl noch bemerkenswerter ist die dazugehörige Softwareumgebung von Silego, die es Anwendern erlaubt, die gewünschten Funktionen intuitiv zu konfigurieren. Prototypen können dadurch binnen Stunden produziert werden.

Fusion mit Synaptics?

Berichten zufolge werden derzeit auch Fusionsgespräche mit dem US- Touchscreen-Hersteller Synaptics geführt. Nach Angaben von Bloomberg befinden sich die Verhandlungen aber noch in einem frühen Stadium. Laut CNBC hatte Synaptics vor wenigen Monaten bereits eine Offerte von 59 US-Dollar je Aktie abgelehnt.
Synaptics ist an der Börse Wert derzeit rund 1,35 Mrd. Euro Wert, Dialog knapp unter 1,2 Mrd. Euro. Die Übernahme wäre also wirklich keine Kleinigkeit, würde die Abhängigkeit von Apple aber mit einem Schlag deutlich reduzieren. Darüber hinaus scheint man es sich leisten zu können, trotz der Übernahme von Silego hatte Dialog am Ende des ersten Quartals 2018 Cashbestände von rund 425 Mio. Euro.
Die Aktien des deutsch-britischen Chipherstellers reagierten bisher aber kaum, im Gegensatz zu den Papieren von Synaptics, die zeitweise um 15% zulegten.

Charttechnischer Ausblick

Dialog Semiconductor hat die Nachricht des Marktes verstanden und einen klaren Weg in Richtung Diversifizierung beschritten. Bei einem KGVe von 6,2 und einem Cashbestand von rund einem Drittel des Börsenwerts scheinen die Chancen auf diesem Niveau daher zu überwiegen.

Aus charttechnischer Sicht steht die Aktie allerdings am Scheideweg und Abwärtstrends beherrschen das Bild. Fallen die Papiere nachhaltig unter 15,00 Euro, drohen weitere Verluste in Richtung 12,50 Euro.
Die Börse ist jedoch keine Einbahnstraße und eine Gegenbewegung überfällig, welche den Wert in Richtung 17,40 Euro führen könnte. Darüber würde sich das Chartbild deutlich aufhellen und es käme zu einem regelrechten Befreiungsschlag.

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