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Nasdaq 100: Bullen-Falle statt Bullen-Party?

Vielleicht war einer der „Väter“ dieses Anstiegs auf neue Rekorde, dass viele damit absolut nicht gerechnet hatten. Es gab und gibt eine Menge guter Argumente, warum der Nasdaq 100 das im März bei 7.183 Punkten markierte Rekordhoch so schnell nicht wieder erreichen könnte. Ende April hätte es wohl nur wenige überrascht, wenn der doppelte Leitstrahl der Trump-Hausse in Form der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Zuge des damals schon dritten Tests gebrochen wäre. Und seither haben sich einige Rahmenbedingungen eher noch verdüstert. Aber Unverhofft kommt oft an der Börse, unter tätiger Mithilfe derer, die dann auf dem falschen Fuß erwischt werden und ihre Positionen drehen müssen. Wer Short war, musste nicht nur leer verkaufte Aktien eindecken und sie zu diesem Zweck kaufen. Um zugleich eine Long-Position einzunehmen, musste man gleich noch einmal kaufen. Das zieht einen Index natürlich. Und die Charttechnik passte auch: Anfang Mai der Ausbruch über das Zwischenhoch vom April, danach eine Konsolidierung, die indes sofort mit Touchieren der 20-Tage-Linie wieder Fahrt aufnahm und den Nasdaq 100 mit dieser Linie als „Motor“ zunächst über das Januar-Hoch bei 7.022 Punkten und am Mittwoch dann auch über das Rekordhoch bei 7.183 Zählern trug. Perfekt. Oder doch nicht?

Expertenmeinung: Der Ausbruch über das Januar-Hoch ging schwungvoll vonstatten. Unmittelbar unter dem Allzeithoch stockte der Nasdaq 100 am Dienstag etwas, aber das kommt oft vor. Gerade vor Tagen mit wichtigen Entscheidungen oder Daten bringt man Indizes gerne in eine Art Startposition, um dann mit dem Rückenwind von „good news“ einen fulminanten und dadurch auch signifikanten Ausbruch zu erreichen. Der Haken mochte gewesen sein, dass der Mittwoch, an dem der Nasdaq 100 dann knapp 0,4 Prozent über dem vorherigen Rekordhoch schloss, solche „good news“ nicht zu bieten hatte … und der gestrige Donnerstag auch nicht. Dass es da hinsichtlich Anschlusskäufen zäh vorwärts gehen würde, damit hätte man rechnen dürfen. Dass es jedoch zu Gewinnmitnahmen kam, die sofort zu Handelsbeginn einsetzten und nicht auf Käufe trafen, so dass der Nasdaq 100 zwar nicht stark im Minus landete, aber doch unter dem vorherigen Hoch vom März, ist ungewöhnlich. Die Reaktion, die man beim Break über ein altes Hoch hätte erwarten können, blieb vollständig aus … und das bei einem überkauften Stochastik-Oszillator, der den Bären Rückenwind geben würde, würden die Gewinnmitnahmen heute weitergehen und den Ausbruchsversuch auch auf Wochenbasis zu einem Rohrkrepierer machen. Sollte der Index dann auch noch unter 6.980 Punkte rutschen und damit die Zwischenhochs von Ende Januar und Ende Februar sowie die 20-Tage-Linie durchbrechen, wäre aus der Bullen-Party eine Bullen-Falle geworden und die Vorzeichen auf den Kopf gestellt.

Chart vom 07.06.2018, Kurs 7.152,83 Punkte, Kürzel NDX

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