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Euro/US-Dollar: Jetzt könnte alles ganz anders kommen

Vielleicht wird es ja noch eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation, vielleicht kommt es damit ja doch noch zu einem Anlauf an das 2017er-Tief bei 1,0340 US-Dollar, das der europäischen Exportwirtschaft immens helfen und der Zinsdifferenz zwischen der Eurozone und den USA auch eher entsprechen würde. Aber eben nur vielleicht. Denn jetzt wird es für die Euro-Bären, die sich bis letzte Woche auf der Siegerstraße sahen, auf einmal ungemütlich. Der Euro zieht wieder an. Und ist dabei, nach und nach die Voraussetzung für einen Aufwärtsimpuls zu schaffen, der weit über das, was man jetzt mit ein wenig gutem Willen noch als Gegenreaktion ansehen könnte, hinausgehen kann … womöglich sogar über das bisherige Jahreshoch von 1,2556 US-Dollar pro Euro. Wieso?

Weil zwei Aspekte sich verändert haben. Zum einen hat die Europäische Zentralbank durchblicken lassen, dass man in der Sitzung am kommenden Donnerstag darüber sprechen werde, wann und wie konkret der Ausstieg aus den Anleihekäufen zu vollziehen sei. Auch, wenn das noch lange nicht bedeutet, dass eine Wende der Leitzinsen und Anleiherenditen unmittelbar vor der Tür stehen muss, so treibt die Aussicht auf anziehende Zinsen in Europa doch die Währung. Dass das beim US-Dollar zuletzt ein Jahr lang nicht der Fall war, ficht die Trader da nicht an. Denn das hatte ja unter anderem den Grund, dass die USA mehr oder weniger offen einen schwachen US-Dollar wollten, um ihren Export zu unterstützen. Und das Thema USA ist auch der zweite Aspekt:

Eine Zeitlang herrschte der Eindruck vor, die US-Regierung könnte mit ihrer aggressiven Handels- und Wirtschaftspolitik scheitern und damit auch der US-Dollar seinen Rückhalt des politischen Willens verlieren, sprich die USA nicht mehr imstande sein, das gedrückte Niveau ihres Greenback aufrechtzuerhalten. Doch die extrem kämpferischen Töne aus Washington im Vorfeld des G7-Treffens der Staatschefs und das völlige Ignorieren einzelner Tiefschläge führt dazu, dass man am Devisenmarkt doch langsam den Eindruck bekommt, dass die USA damit durchkommen könnten … und gehen damit auch aus auf Verdacht des Scheiterns aufgebauten US-Dollar-Long-Positionen wieder heraus. Das charttechnische Resultat:

Chart vom 07.06.2018, Kurs 1,1807 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

Der Euro/US-Dollar-Kurs hat die im langfristigen Wochenchart hervorgehobene, breite Unterstützungszone zwischen 1,1555 und 1,2042 US-Dollar nicht nach unten durchbrochen, sondern ausgerechnet an deren unterem Ende scharf nach oben gedreht. Und das auch noch, sofern der Kurs heute nicht noch deutlicher nachgeben würde, mit der bullischen Indikation eines „Morning Star“ auf Wochenbasis (rote Kerze, Doji, grüne Kerze). Auf Tagesbasis gelang am Donnerstag ein klarer Anstieg über die 20-Tage-Linie bei einem zeitgleichen bullischen Signal im Trendfolgeindikator MACD. Wo wäre der Punkt erreicht, ab dem man unterstellen müsste, dass der Euro einen auch größeren Aufwärtsimpuls vor sich haben könnte? Oberhalb der aktuellen Notiz finden sich im kurzfristigen Chartbild reichlich potenzielle Widerstände. Aber schwenkt man zurück zum Langfrist-Chart, darf man unterstellen, dass ein Ausbruch aus dieser Chartzone 1,1555/1,2042 mit dem dadurch gleichzeitig Erfolgten Rebreak über die 200-Tage-Linie (1,2011 US-Dollar) auf Wochenschlusskursbasis ein solches Signal wäre.

Chart vom 07.06.2018, Kurs 1,1807 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

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