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Deutsche Post schockt Anleger

Die Aktie der Deutschen Post ist nach einer Gewinnwarnung um über 8% eingebrochen. Der größte deutsche Post- und Logistik-Konzern musste die Prognose für das EBIT im laufenden Jahr von 4,15 Mrd. auf 3,2 Mrd. Euro senken!

Erst vor einem Monat, im Rahmen der Quartalszahlen, hatte man den Ausblick noch bestätigt. Als Aktionär darf man sich also durchaus fragen, ob die Probleme nicht auch schon damals absehbar waren. Denn immerhin war der Umsatz auf Jahressicht bereits leicht rückläufig und das Periodenergebnis sank um 5,2%.

Die Ziele für 2020 wolle man aber dennoch erreichen und ein EBIT von 4,0 Mrd. Euro erwirtschaften. Der Ausblick ist für sich alleine schon bedenklich genug, liegt die Prognose für 2020 doch ohnehin schon unter den bisherigen Erwartungen für dieses Jahr. In Sachen Wachstum also weiter Fehlanzeige.

Doch der CEO beschwichtigt, nach den Worten von Frank Apple starte man nun ein „Programm zur Verbesserung der Produktivität und Senkung der indirekten Kosten in der Post-eCommerce-Parcel-Sparte.“

War früher alles besser?

Wir haben also bereits festgestellt, dass die Deutsche Post aktuell Probleme hat und der Ausblick kaum zu Freudensprüngen führen dürfte. Doch vielleicht ist das nur ein kurzfristiges Problem und zumindest der Trackrecord überzeugend. Die kurze Antwort ist nein.

In den zurückliegenden zehn Jahren stieg der Umsatz lediglich von 54,4 auf 60,4 Mrd. Euro, inflationsbereinigt gab es also kein Wachstum und das trotz boomendem Online-Handel. Man kann eigentlich nur von operativem Versagen sprechen.
Das Ergebnis konnte sich von dieser Entwicklung natürlich nicht abkoppeln. Im Vorjahr lag der Gewinn je Aktie mit 2,15 Euro quasi auf demselben Niveau wie 2010.

Trotz fehlendem Wachstum und schwachem Ausblick kam die Deutsche Post in den letzten Jahren meist auf ein KGV von 15 bis 20. Aus fundamentaler Sicht war diese Bewertung nicht zu rechtfertigen.

Denn es handelt sich schlichtweg um ein schwieriges Geschäft. Es ist kapitalintensiv, renditeschwach und eine Art „Commodity Business“. Der Service der Deutschen Post ist austauschbar. Niemanden interessiert es wirklich, ob seine Pakete mit der Deutschen Post, Hermes oder UPS geliefert werden. Daher setzt sich der Low-Cost-Provider durch und die Margen sind für alle Wettbewerber niedrig.

Wo liegt jetzt die faire Bewertung?

In Anbetracht der Gewinnwarnung werden in den kommenden Tagen wohl einige Downgrades folgen. Das Ergebnis sollte in diesem Jahr eher im Bereich von 1,75 Euro je Aktie liegen, bisher war der Konsens bei 2,25 Euro. Es bleibt daher abzuwarten, ob nicht auch noch die Dividende gekürzt werden muss.
Es stellt sich die Frage, ob der Markt in Anbetracht der Probleme auch zukünftig noch ein KGV von 15 und mehr akzeptieren wird. Doch selbst in diesem Fall läge der entsprechende Aktienkurs in diesem Jahr zwischen 26,15 und 30,00 Euro.
Würde der Markt in Zukunft beispielsweise nur noch ein KGV von 10 hinnehmen, könnte der Aktienkurs bis Ende 2020 in Richtung 23,00 Euro fallen.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie der Deutschen Post hat in den zurückliegenden Jahren eine größere Rallye vollzogen. Doch Ende letzten Jahres stockte die Aufwärtsbewegung und über Wochen hinweg hat sich ein Top bei 41,00 Euro ausgebildet. Einige Zeit später wurde dann der Aufwärtstrend verlassen. Seitdem lastet spürbarer Druck auf der Aktie und es wurden zahlreiche Verkaufssignale generiert. Der Absturz kommt daher nicht unerwartet.
Unterhalb von 31,00 Euro ergibt sich nun weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 29,00 Euro.
Kurzfristig ist der Wert aber auch überverkauft, es könnte durchaus zuvor noch zu einer technischen Gegenbewegung kommen. Es ist wahrscheinlich, dass die Aktie in diesem Fall bei 31,00 oder 32,00 Euro scheitert und wieder zur Unterseite dreht.

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