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Bechtle: Warum ist die Aktie abgestürzt?

Bechtle ist einer der führenden Anbieter von IT-Konzepten für Gewerbekunden in Deutschland.
Das Geschäftsmodell verbindet IT-Dienstleistungen mit dem herstellerunabhängigen Direktvertrieb von Hard- und Software für inzwischen mehr als 75.000 Kunden.
Die Services von Bechtle umfassen hierbei alle Dienstleistung von der IT-Strategieberatung über die Projektplanung und Durchführung, Systemintegration bis zum Komplettbetrieb der IT ganzer Unternehmen.

Wie sehen die Zahlen aus?

Die starke Positionierung in diesem Bereich hat zu einer langfristig erfreulichen Entwicklung geführt. Der Umsatz legte in den zurückliegenden zehn Jahren von 1,43 auf zuletzt 3,57 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis kletterte von 1,07 auf 2,73 Euro je Aktie.

Auch in der jüngeren Vergangenheit hat Bechtle nicht an Momentum verloren. Im zurückliegenden Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 15% und das Ergebnis je Aktie um 11%.

Wachstumstreiber E-Commerce

Die Zahlen zum ersten Quartal malen ein ähnlich positives Bild. Der Umsatz konnte auf Jahressicht um 19,0% und das Vorsteuerergebnis um 12,5% gesteigert werden. Wachstumstreiber bleibt weiterhin das Segment E-Commerce, welches inzwischen nahezu ein Drittel des Umsatzes und einen noch größeren Teil des Gewinns ausmacht.
Der Bereich E-Commerce scheint darüber hinaus gut skalierbar zu sein, die Ausgaben und Zahl der Mitarbeiter stieg hier zuletzt wesentlich langsamer als die Einnahmen und dementsprechend stieg die Profitabilität.
Die Eigenkapitalrendite im Unternehmen ist mit 13,8% aber ohnehin recht hoch.

Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Ergebnis von 3,16 Euro je Aktie erwartet, was einem erneuten Anstieg um rund 16% entspricht. Bechtle kommt derzeit auf ein KGV von 26 und ein KGVe von 22,7.
Aus fundamentaler Sicht scheint das Unternehmen nach dem Kurssturz angemessen bis leicht überbewertet zu sein.

Wie kam es zum Kurssturz?

Diese Einschätzung scheint die bei Hauck & Aufhäuser für Bechtle zuständige Analystin Alina Koehler nicht zu teilen. Sie stufte die Aktie von „Hold“ auf „Sell“, erhöhte das Kursziel allerdings von 44,50 auf 61,00 Euro. Das bisherige Kursziel war dann wohl doch etwas zu tief gegriffen.
Nach der Veröffentlichung gab die Aktie um mehr als 7% nach.

Die Abstufung auf „Sell“ wurde damit begründet, dass Bechtle es – ungeachtet seiner guten Wachstumsaussichten – auch mittelfristig nicht schaffen dürfte, seine Ebit-Marge signifikant über die Marke von 5 Prozent zu steigern.
Auf der anderen Seite würde das aber einer Verbesserung der Marge um mehr als ein Drittel entsprechen.

Über diesen Punkt hinaus fand die junge Analystin, die 2017 ihr Studium abgeschlossen hat und sicherlich über etliche Jahre Börsenerfahrung verfügt, sehr freundliche Worte für das Unternehmen. Bechtle könne seine Wettbewerber demnach in puncto Preisgestaltung ausstechen und biete ein weitaus umfangreicheres IT-Portfolio sowie eine bessere Service-Qualität. Des Weiteren sei das Geschäft wenig kapitalintensiv und erwirtschafte starke Erträge. Bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber Bechtle wird man diese Worte sicher positiv aufnehmen.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie ist übergeordnet klar bullisch und Aufwärtstrends beherrschen das Chartbild. Die Papiere von Bechtle waren zuletzt aber auch am oberen Ende der Handelsspanne angekommen und daher korrekturgefährdet.
Aktuell notiert der Wert im Unterstützungsbereich nahe 72,00 Euro und es scheint, als wollten die Käufer diese Marke verteidigen. Oberhalb von 72,00 Euro wäre theoretisch wieder direkt der Weg in Richtung 75,00 und 78,00 Euro frei.

Fällt die Aktie hingegen nachhaltig unter 72,00 Euro, ist eine Ausdehnung der Korrektur in Richtung 68,00 und 64,00 Euro denkbar. Hier würde sich dann ein antizyklischer Einstieg anbieten.

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