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Canadian Solar: Was ist hier eigentlich los?

Canadian Solar ist gemessen am Umsatz einer der größten Hersteller von Solarmodulen weltweit. Mit seinen mehr als 12.000 Mitarbeitern deckt der Konzern die komplette Produktpalette von Ingots, Wafern, Solarzellen über Solarmodule bis hin zu Systemen für Großprojekte ab.
Seit der Gründung im Jahr 2001 hat das Unternehmen mehr als 27 Gigawatt an Solarmodulen ausgeliefert. Die aktuelle Pipeline hat jedoch bereits ein Volumen von über 11 Gigawatt.

Das langfristige Umsatzwachstum ist durchaus bemerkenswert. In den zurückliegenden zehn Jahren konnte der Absatz von 0,70 auf 3,40 Mrd. USD gesteigert werden, doch bereits nach diesen zunächst positiven Zahlen wird es kompliziert.
In den letzten Jahren wurde den nordamerikanischen Produzenten zunehmend das Wasser von der billigeren Konkurrenz abgegraben. Während JA Solar oder auch Jinko Solar den Umsatz binnen weniger Jahre verdoppeln konnten, tritt Canadian Solar seit 2014 etwas auf der Stelle.
Dieser Umstand hat sich darüber hinaus stark auf die Profitabilität ausgewirkt und das Ergebnis je Aktie schrumpfte seitdem von 4,11 auf 1,69 USD.

China schockt den Markt

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Regierung in Peking den Bau neuer Photovoltaikkraftwerke vorerst aussetzen will. Im gleichen Zug scheinen auch die Subventionen für die Solarbranche zur Disposition zu stehen. Die sinkende Nachfrage könnte sich negativ auf die Auslastung der Hersteller und Preise von Modulen auswirken. Es stellt sich die Frage, wie Hoch die Einbußen sein werden und ob die Prognose gekappt werden muss.

Dementsprechend ging es für die meisten Aktien des Sektors steil bergab, teilweise kam es zu einem Kursrutsch von über 20%. Die große Ausnahme bildet JA Solar, denn die Aktie hat seit der Bekanntmachung kaum nachgegeben.

Wie groß die Auswirkungen am Ende für Canadian Solar sein werden, ist schwer abzuschätzen. Die Margen werden wohl sinken. Sollten aber tatsächlich auch die Subventionen in China gekappt werden, könnte die relative Wettbewerbsfähigkeit zunehmen und die Vorteile langfristig sogar überwiegen.

Bewertung und Ausblick

Durch den Kursrutsch ist die Bewertung natürlich dementsprechend gefallen. Die P/E für das abgelaufene Geschäftsjahr liegt bei 13. Bisher war das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr von einem Gewinnsprung ausgegangen. Sollten die hohen Erwartungen dennoch erfüllt werden, könnte die P/E in diesem Jahr auf 7 fallen.
Im ersten Quartal wurde bereits ein Gewinn von 0,72 USD je Aktie erzielt, nach 0,98 USD im gesamten Vorjahr und -0,10 USD im Vorjahresquartal.

Interessant waren auch die Aussagen des CEO, der ohnehin eine sinkende Nachfrage aus China und eine Verschiebung in andere Regionen erwartet hat. Mit dem ersten Teil der Aussage dürfte er wohl richtig liegen.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie ist übergeordnet bärisch und gehört seit Jahren zu den Underperformern. Über eine fehlende Volatilität können sich Trader jedoch nicht beklagen.
Vor wenigen Wochen scheiterte die Aktie erneut am Widerstand bei 17,75 USD und dem dort verlaufenden Abwärtstrend. Mit dem jüngsten Einbruch unter 15,00 USD wurde darüber hinaus ein prozyklisches Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 12,50 und 11,00 USD ausgelöst.

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