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Tele Columbus nach Insiderkäufen gefragt

Tele Columbus ist Deutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber und aus dem Zusammenschluss verschiedener regionaler Anbieter entstanden. Die Geschäftstätigkeit von konzentriert sich daher vor allem auf die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Das Unternehmen bietet digitale Programmpakete sowie Internet- sowie Telefonanschlüsse an und bedient rund 3,6 Millionen Haushalte.

Seit dem Börsengang 2015 hat die Aktie bei den Anlegern für wenig Freude gesorgt. Die Kurse waren nach einem positiven Start fast durchweg auf dem Rückzug.
Die schlechte Performance ist in weiten Teilen gerechtfertigt, denn Tele Columbus war seit dem Börsengang durchweg defizitär.

Hohe Schulden belasten

Im zurückliegenden Geschäftsjahr ist der Umsatz lediglich um 4,0% von 476,8 auf 495,8 Mio. Euro gestiegen. Die Zahl der angeschlossenen Haushalte und Kunden war sogar rückläufig. Unter dem Strich blieb ein Minus von 0,15 Euro je Aktie.
Das EBITDA sank von 216,3 auf 197,0 Mio. Euro. Gleichzeitig kletterte die Nettoverschuldung von 1,21 auf 1,31 Mrd. Euro, die Verpflichtungen müssen jedoch aus dem EBITDA bedient werden.

Prognose gekappt

Wie wir im Folgenden sehen werden, liegt auch genau hier das Problem bei der Bewertung des Unternehmens. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Tele Columbus zwar den Turnaround und einen Gewinn, doch bereits Mitte Mai musste die Prognose sowohl für Umsatz und Gewinn wieder gesenkt werden.

Der Teufel steckt im Detail

Kommen wir noch einmal zum Geschäftsjahr 2017 zurück. Hier wurde ein EBITDA von 197,0 Mio. erzielt, das Jahresergebnis lag dann aber bei Minus 16,3 Mio. Euro. Wie das Ergebnis je Aktie bei einem unwesentlich höheren EBITDA 2018 deutlich steigen soll, ist daher eine berechtigte Frage. Die Konsenerwartungen von 0,25 Euro je Aktie dürften wohl zu hoch sein.

Das EBITDA ist im Fall von Tele Columbus aber ohnehin kaum dienlich. Bei einem Börsenwert von 0,8 Mrd. und einem Schuldenstand von 1,3 Mrd. Euro kann auf Basis des EBITDA keine sinnvolle Analyse erfolgen, denn der Schuldendienst wird hier ausgeklammert.

Während das wenig aussagekräftige EBITDA im Geschäftsbericht 2017 aber direkt auf Seite 2 zu finden ist, müssen wir für das Ergebnis vor Steuern (EBT) bis zur Seite 126 blättern.
Hier wird dann ersichtlich, dass 2017 für „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ über 57 Mio. Euro anfielen. Das EBT lag bei Minus 28,3 Mio. Euro, nach Minus 10,5 Mio. Euro im Vorjahr.

Gehen wir dennoch davon aus, dass der Turnaround dennoch gelingt und ein Gewinn von 0,25 je Aktie erzielt werden kann. In diesem Fall wird das KGV im laufenden Geschäftsjahr bei rund 25,6 liegen. Man könnte aber durchaus argumentieren, dass das „echte KGV“ aufgrund der Schulden noch weitaus höher liegt. Auf Basis des Cashflows ergibt sich auch kein besseres Bild.
Aus fundamentaler Sicht kann daher keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Vorstand kauft Aktien

Dennoch tendiert die Aktie zuletzt freundlich. In den letzten Tagen wurde bekannt, dass der CEO von Tele Columbus für nahezu 300.00 Euro Aktien des Unternehmen gekauft hat.
Dieser Umstand ist durchaus bemerkenswert, hatten Insider in den Monaten zuvor zwischen 8,72 und 9,56 Euro je Anteilsschein doch größere Verkäufe getätigt.

Aus charttechnischer Sicht ist der Wert stark überverkauft und eine Gegenreaktion wäre durchaus möglich. Ausgehend vom aktuellen Niveau ergibt sich durchaus Potenzial bis 7,00 Euro. Darüber würde sich das Chartbild wieder deutlich aufhellen und der Weg in Richtung 7,90 Euro wäre frei.
Diese Erholung würde den übergeordnete Abwärtstrend allerdings nicht in Frage stellen.

20180605-tele-columbus-nach-insiderkaeufen-gefragt

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