Börsenblick

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Gold: Kein sicherer Hafen mehr

Immer, wenn die Lage an den Börsen ernst wird, wenn es in der Geopolitik knistert, Währungen wanken oder ein wirtschaftlicher Abschwung droht … also immer dann, wenn die Gefahr deutlich nachgebender Aktienmärkte besteht, ist Gold neben Anleihen ein sogenannter „sicherer Hafen“, in den die Anleger ausweichen und das dementsprechend steigt. Soweit die allgemeine Meinung und die Erfahrungen der Börsengeschichte. Aber historische Fakten sind an der Börse nicht in Stein gemeißelt. Gold ist mittlerweile kein sicherer Hafen mehr. Je mehr Derivate auf Gold zu handeln waren und dann auch gehandelt wurden, desto mehr bewegte sich Gold vom Sicherheitspolster eines Depots hin zu einer Spielwiese für kurzfristige Trader – und zu einem Werkzeug, mit dem sich die Stimmungslage der Anleger beeinflussen lässt. Denn der Nimbus des angeblich sicheren Hafens haftet dem Edelmetall weiterhin an, so schnell verschwindet das nicht aus den Köpfen. Und so lässt sich in diesem gegenüber Währungen und Aktien eher engen Markt trefflich „Stimmung machen“: Wenn Gold abwärts tendiert, kann die Lage an den Märkten nicht negativ sein, denken viele unterschwellig, sonst müsste hier doch eine Rallye entstehen. Oft war zu beobachten, dass Gold zügig unter Druck kommt, wenn insbesondere die US-Aktienindizes ins Wanken geraten. Da ist dann viel gezielte „Stimmungsmache“ im Spiel: Große Adressen drücken Gold, um zu verhindern, dass die Anleger am Aktienmarkt nervös werden. Was bedeutet:

Expertenmeinung: Man sollte sich heutzutage hüten, stur auf eine Goldpreis-Rallye zu warten, nur, weil derzeit Rahmenbedingungen herrschen, die das von zwanzig Jahren noch nahezu sicher ausgelöst hätten. Es ist unbedingt ratsam, beim Trading mit Gold stur die Charts als Orientierung zu nehmen, denn das tun die meisten, die hier aktiv sind, mittlerweile auch: sie traden. Und damit wäre die Wahrscheinlichkeit, dass der Goldpreis kurzfristig nach unten tendiert, hoch. Denn wir sehen hier eine abgeschlossene, von Januar bis Mitte Mai währende Toppbildung, die im Augenblick einen Pullback an den Ausbruchslevel sieht, mit guten Chancen, den Weg nach unten bald wieder aufzunehmen. Die für die Vollendung des breiten Topps entscheidende Zone zwischen 1.296 und 1.306 US-Dollar wurde Mitte vorvergangener Woche von unten wieder angegangen. Aber genau auf Höhe der diese Zone bei 1.308 US-Dollar als Widerstand verstärkenden 200-Tage-Linie wurde Gold vergangene Woche mehrfach nach unten abgewiesen, zudem gelang kein Schlusskurs über der fallenden, momentan bei 1.300 US-Dollar verlaufenden 20-Tage-Linie. Das zeugt von einer aktiven und effektiven Verteidigung entscheidender Charthürden durch bärische Trader. Würde Gold über diese Zone hinaus laufen können, wäre nach oben wieder einiges möglich. Aber solange das nicht gelingt, bleibt die Unterseite klar favorisiert und ein Anlauf an die Supportlinie bei 1.237 US-Dollar in Sicht, sobald der Kurs unter dem bisherigen Tief der Abwärtsbewegung bei 1.282 US-Dollar schließen sollte.

Chart vom 04.06.2018, Kurs 1.291,85 US-Dollar, Kürzel XAUUSD

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