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Nasdaq 100: Fassade super-bullisch … aber dahinter lauert Gefahr

Schwächeneigung mit einem Ausbruch nach oben belohnt. Mit Schwung ging es über die Zwischenhochs von Ende Januar und Ende Februar bei 7.023 bzw. 7.004 Punkten. Die 7.000er-Marke ist zurück. Und der letzte charttechnische Widerstand, der am 13. März bei 7.183 Punkten markierte Verlaufsrekord, ist damit in Reichweite. Alles ist also bestens. Oder?

Nein, das ist es nicht. Und genau das sollte hier nicht unmittelbar negativ, aber doch sehr vorsichtig stimmen. Richtig ist, dass die Chart- und Markttechnik hier eitel Sonnenschein suggeriert. Der im Wochenchart zu sehende, aus dem Sommer 2016 stammende Aufwärtstrend, der parallel zur 200-Tage-Linie läuft, wurde seit Februar dreimal getestet und dreimal gehalten. Durch den Anstieg der letzten Tage hat der Trendfolgeindikator MACD auf Wochenbasis blitzsauber auf Höhe seiner Signallinie wieder nach oben gedreht und damit die mittelfristig bullische Indikation bestätigt. Auf Tagesbasis zeigt der MACD genau dasselbe Bild. Und die 20-Tage-Linie diente in den letzten Tagen gleich zweimal als tragfähiger Rückhalt und Sprungbrett für neue Käufe. Da passt also alles. Nur eben bei den Rahmenbedingungen nicht.

Es fällt auf, dass innerhalb des Nasdaq 100 nur knapp über die Hälfte der darin enthaltenen 100 Aktien über der 200-Tage-Linie notiert. Und einige von denen haben es nur durch den Anstieg der abgelaufenen Woche über diesen gleitenden Durchschnitt geschafft, über die Scheidemarke zwischen bullisch und bärisch auf mittel- und langfristiger Ebene. Nur ein halber Index im Aufwärtstrend, nahe eines Allzeithochs? Das unterstreicht, dass die Marktbreite dieser so leichtfüßig wirkenden Rallye miserabel ist. Immer weniger Aktien tragen die Hausse. Und die werden dadurch immer teurer, immer mehr zu wandelnden Pulverfässern. Und:

Weder das bislang nur durchschnittliche US-Wachstum an sich ist ein gutes Argument, ausgewählte Aktien immer höher zu treiben noch die Perspektiven, die ein Handelskrieg mit sich bringt. Dass Technologieunternehmen von einer Eskalation der Lage ausgenommen blieben, ist ein Gedanke, der jeder Logik entbehrt. Und die mit diesen rasanten Käufen in typischen Publikumslieblingen wie Apple, Netflix, Intel, Microsoft oder amazon.com vorweg genommenen Gewinnsteigerungen müssten erst einmal Realität werden. Sogar Facebook ist jetzt wieder unmittelbar unter den bisherigen Verlaufsrekord gestiegen. Die Bullen haben den Vorteil, dass die Fakten in Bezug auf die Gewinne des zweiten Quartals nicht vor Mitte Juli auf den Tisch kommen und die US-Regierung sich gerade in den dortigen Medien so präsentiert, als könnte ein Handelskrieg der US-Wirtschaft nicht den kleinsten Kratzer verpassen, zumal man ihn ohnehin nur gewinnen kann. Natürlich wird in einem bullischen Umfeld das Augenmerk auf positive Aussagen gelenkt. Aber:

Chart vom 01.06.2018, Kurs 7.083,92 Punkte, Kürzel NDX

Das bedeutet nicht, dass ignorierte Risiken nicht trotzdem vorhanden wären. Gerade erst Ende Januar hatte man beim Nasdaq 100 die Erfahrung gemacht, dass die Realität einen irgendwann eben doch einholt. Natürlich vergessen das viele nur allzu gerne, sobald die Rallye erneut losgeht. Aber wer hier ohne „Fallschirm“ auf der Long-Seite dabei wäre, riskiert viel. Ein Stop Loss, der um 6.820/6.830 Punkte und damit knapp unterhalb der Handelsspanne der letzten gut drei Wochen läge, wäre da unbedingt zu erwägen!

Chart vom 01.06.2018, Kurs 7.083,92 Punkte, Kürzel NDX

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