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Volkswagen Vorzüge: Worst Case-Szenario schon eingepreist?

Noch Anfang vergangener Woche hatten die Anleger die Drohungen der US-Regierung, Strafzölle auf europäische Automobile zu erheben, wohl mehrheitlich schon wieder vergessen. Die Nachricht, dass China im Zuge der Verhandlungen mit den USA den Einfuhrzoll für Autos nicht nur für US-Hersteller, sondern für alle Importeure von 25 auf 15 Prozent senken werde, weckte Zuversicht. Und der Euro fiel, was die Perspektiven für die deutschen Autobauer beim Export außerhalb der Eurozone deutlich aufhellte. Doch dann lief es für die Bullen auf einmal schief. Die USA forderten, die bisherigen Zugeständnisse Chinas neu zu verhandeln, man sei „unzufrieden“. Dass das auf die Fairness der Chinesen abzielte, dass wenn, dann alle Automobil-Importeure weniger Einfuhrzoll zahlen, konnte man sich ausrechnen. Es folgte die Meldung, der US-Präsident lasse prüfen, ob europäische Autoimporte die nationale Sicherheit der USA bedrohen. Sein Ziel war klar: Würden ihm die Behörden da zustimmen, könnte er Einfuhrzölle auch ohne Zustimmung des Kongresses, auf eigene Faust, beschließen. Auf einmal kam das Schreckgespenst der Auto-Strafzölle zurück. Und wurde am Donnerstag deutlich realer, denn:

Expertenmeinung: Mit dem Beginn der Strafzölle auf Aluminium- und Stahlimporte aus Kanada, Mexiko und Europa haben die USA ihre Drohungen jetzt tatsächlich umgesetzt. Gegenwehr wurde bereits avisiert. Und damit ist zu erwarten, dass die US-Regierung die europäischen Autobauer als nächstes ins Visier nehmen wird. Für die Volkswagen-Aktie bedeutet das: Der Traum von einem dynamischen Anlauf an und über die bisherigen Jahreshochs ist vom Tisch, jetzt müssen die Bullen zusehen, dass ihnen in der Defensive nichts anbrennt. Aber das dürfte nicht einfach werden. Die Vorzugsaktie war bereits am Dienstag aus einer Dreiecksformation nach unten herausgefallen, rutschte zügig an die im Chart dick hervorgehobene 200-Tage-Linie, die aktuell bei 160 Euro verläuft. Am Donnerstag wurde diese da bereits den dritten Tag belagerte Linie erstmals kurz unterboten – und hielt. Noch? Das hängt davon ab, ob die Marktteilnehmer jetzt schon den „Worst Case“ eingepreist haben, d.h. die konkrete Verhängung von immensen Einfuhrzöllen auf Automobile und Autoteile seitens der USA. Bedenkt man, dass der Zoll momentan noch drei Prozent beträgt und 25 Prozent anvisiert werden, ist fraglich, ob man das bereits mit dem bisherigen Rücksetzer eingearbeitet hat. Trader, die hier auf eine Short-Chance lauern, sollten aber bedenken, dass die Aktie unterhalb der 200-Tage-Linie relativ nahe liegende Unterstützungen finden könnte: Die Bereiche 151/153 und 146/147 Euro wären dahingehend potenzielle Auffanglinien, erst darunter wäre die Volkswagen-Aktie tatsächlich auch auf mittelfristiger Ebene bärisch. Ein Szenario das jedoch, sollte sich tatsächlich ein echter Handelskrieg entwickeln, keineswegs unrealistisch ist.

Chart vom 31.05.2018, Kurs 160,94 Euro, Kürzel VOW3

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