Börsenblick

Zurück Juli Weiter
Zurück 2018 Weiter

DAX: War es das? Noch bleibt eine letzte Chance

Der DAX verlor am Donnerstag markant an Boden. Im Chart auf Wochenbasis würde, sollte der deutsche Leitindex heute nicht rasant nach oben drehen, die zweite rote Kerze in Folge auftreten. Eine rote Kerze, die das Warnsignal, das die vorherige Wochenkerze in Form eines „bearish engulfing pattern“ aussandte, bestätigen und damit zu einem Verkaufssignal machen würde. Und dass das womöglich einen markanten Abverkauf nach sich ziehen kann, ist klar, das wissen die Investoren. Denn es liegt immenses Ungemach in der Luft.

Das Inkrafttreten der US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium für Importe aus Europa, Kanada und Mexiko war zwar befürchtet worden. Aber nachdem die Aktienmärkte tatsächlich erst deutlicher reagierten, als US-Handelsminister Ross dies kurz nach US-Handelsbeginn offiziell verkündete, gewann man schon den Eindruck, dass manche Anleger darauf gehofft hatten, dass die US-Regierung den vorher geltenden Aufschub erneut in letzter Minute erneuern würde. Sie tat es nicht. Und auch, wenn kaum jemand auf die Idee käme zu kritisieren, dass die Betroffenen sich wehren werden, was von mehreren Seiten sofort und sehr konkret avisiert wurde, ist klar:

Die USA werden dadurch in erster Linie am Ende zwar wohl Wachstum ebenso einbüßen wie Ansehen. Denn man darf vermuten, dass auch China mit aller Macht dagegenhalten wird, wenn die US-Regierung ihr Verhalten nicht ändert – womit nicht zu rechnen ist. Aber den Preis werden letzten Endes alle Beteiligten zahlen. Der Welthandel wird erheblich leiden. Und niemand könnte absehen, welche Branchen, welche Unternehmen es alles treffen kann und wird. Das ist eine Situation, in der man sich als Investor vorkommt, als müsste man durch dichten Nebel marschieren, wissend, dass voraus jede Mange Fallgruben warten. Es kann daher nicht überraschen, dass der DAX am Donnerstag in die Knie ging, zumal der heftige Kurseinbruch der Deutschen Bank-Aktie (siehe unsere heutige Analyse dazu) den Eindruck zunehmender Gefahr noch intensivierte.

Würde man alleine auf den Chart auf Wochenbasis blicken, müsste man angesichts dieses bisherigen Wochenverlusts von 333 Punkten, der den DAX wieder unter seine 200-Tage-Linie gedrückt hat, während der Stochastik-Oszillator in der überkauften Zone abwärts dreht, konstatieren: Das war es dann wohl für die Bullen. Aber ein Blick auf den DAX-Chart auf Tagesbasis zeigt: Eine kleine Chance bleibt.

DAX_2018_06_01_Week

Der DAX hatte sich nach einer Bodenbildung Anfang Mai durch eine massive Widerstandszone hindurch gekämpft, die zwischen 12.600 und 12.848 Punkten angesiedelt ist. Mittendrin die 200-Tage-Linie. Die ist bereits gefallen. Und die meisten der diese Chartzone ausmachenden Unterstützungslinien ebenso. Doch eine einzige, das Ende Februar bei 12.601 Punkten markierte Zwischenhoch, bleibt noch. Das ist der seidene Faden, an dem die Chance hängt, aus diesen Abgaben einen Rücksetzer zu machen, eine Korrektur, die in neue Aufwärtsdynamik mündet. Bedenkt man aber die derzeitigen Rahmenbedingungen, ist diese Chance in der Tat eine kleine. Sollte der DAX heute unter dem gestrigen Tagestief von 12.547 Punkten schließen, wäre der Weg in die Region unter 12.000 Punkte aus charttechnischer Sicht frei.

DAX_2018_06_01_Day

 

Auch interessant:

Findet ein Angriff auf Europa statt? Interview mit Arthur Brunner | LYNX fragt nach
DAX am Scheideweg: Erholung oder Kursabfall? | LYNX Marktkommentar
Kommt das Ende der Hausse? So stellen Sie Ihr Depot richtig auf - Interview mit Georg Oehm
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN