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Euro/US-Dollar: Die Richtung passt, der Grund ganz und gar nicht

Ein fallender Euro, vor allem zum US-Dollar, das haben sich die exportorientierten Unternehmen der Eurozone herbeigesehnt. Seit Januar 2017, als der Euro kurzzeitig für nur 1,0340 US-Dollar zu haben war und der Export dementsprechend brummte, sanken die Stimmung und die Exportperspektiven, während der Euro immer teurer wurde und den europäischen Unternehmen bei Verkäufen außerhalb der Eurozone die Petersilie verhagelte. Doch seit Ende April hat sich der Wind gedreht. Der Euro kommt zurück, endlich. Und bis vor einigen Tagen sorgte das für zusehends bessere Stimmung unter den Anlegern der Eurozone. Jetzt sieht das indes anders aus, denn:

Der Euro fällt nicht, um auf die Zinsschere zwischen Eurozone und USA endlich in die richtige Richtung zu reagieren und damit eine Schieflage, die nicht ganz ohne verbale Intervention der USA zustande gekommen war, zu reparieren. Der Euro fällt, weil Investoren aus dem Euroraum flüchten und damit „Euros zu verkaufen“ haben … oder weil man zumindest davon ausgeht, dass es so kommen wird und spekulativ im Euro Short geht. Wenn es also zu einem signifikanten Unterschreiten der mittelfristig ebenso wichtigen wie markanten Unterstützungszone zwischen 1,1555 und 1,2042 US-Dollar käme, die per Dienstagabend bereits hauchdünn unterboten wurde, dann wäre das derzeit kein Grund, um von einer Rallye europäischer Exporttitel auszugehen. Denn ja, je schwächer der Euro, desto besser würde deren Standing gegenüber der Konkurrenz. Aber der Preis eines intensivierten Abstiegs der Gemeinschaftswährung wäre eben momentan der Abstieg der Gemeinschaft selbst – und das hieße: Probleme und wankendes Wachstum, Export hin oder her.

Chart vom 29.05.2018, Kurs 1,1534 US-Dollar, Kürzel EUR.USD
Würde Euro/US-Dollar heute und in den kommenden Tagen unter 1,1555 US-Dollar bleiben und damit signalisieren, dass jetzt wirklich wieder die Bodenbildungszone der vergangenen gut drei Jahre erreicht ist, wäre das ein stark bärisches Signal. Die Tatsache, dass wir hier von einer drei Jahre währenden Bodenbildung sprechen, bedingt zwar, dass es bis hinunter zum Tief bei 1,0340 US-Dollar von Wendepunkten nur so wimmelt, die allesamt grundsätzlich als Unterstützung dienen könnten. Aber ginge dieser Anstieg mit einer neuen Eurokrise einher, müssten diese Auffanglinien keineswegs ihre Funktion als Unterstützung erfüllen. Bei Schlusskursen unterhalb des gestrigen Tagestiefs von 1,1510 US-Dollar auf der Short-Seite vorsichtig zuzukaufen und den Stop Loss sukzessive eng nachzuziehen (wofür sich momentan die bei 1,1816 US-Dollar dem Abstieg folgende 20-Tage-Linie als Orientierung anbieten würde), wäre daher allemal einen Gedanken wert.

Chart vom 29.05.2018, Kurs 1,1534 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

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