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Dow Jones: Noch einmal dürfte die 200-Tage-Linie nicht halten

Das war wirklich kein angenehmer Start in die feiertagsbedingt an der Wall Street erst gestern begonnene Handelswoche. Am Tagestief hatte der Dow Jones 505 Punkte verloren. Pünktlich eine halbe Stunde vor dem Handelsende kam zwar die so oft auftauchende „Kavallerie“, um in letzter Minute zu retten, was zu retten war. Aber ein Blick auf den Chart zeigt: Auch, wenn es gelang, das Minus auf 392 Punkte einzugrenzen, ist aus charttechnischer Sicht durchaus ein gewisser Flurschaden zu vermelden. Was die Marktteilnehmer dabei besonders unruhig machen dürfte, ist die Frage: wieso wir? In Europa brennt der Baum, da hat man Sorge, dass die Lage in Italien sich zu einer Krise für die gesamte Gemeinschaft auswächst, dass Spanien im Fall eines erfolgreichen Misstrauensvotums gegen Regierungschef Rajoy noch hinzukommt. In den USA jedoch hatte man am Wochenende vom US-Präsidenten vernommen, man sei bezüglich eines Treffens mit Kim Jong Un auf gutem Wege. Muss man das nicht als gute Nachricht werten? Nicht unbedingt, denn: Immerhin hatte eben dieser US-Präsident am vergangenen Donnerstag einen Brief an Kim Jong Un veröffentlicht, in dem er eben dieses Treffen, hinsichtlich welchem er sich kurz darauf wieder auf gutem Wege befand, abblies. Und:

Expertenmeinung: Dass die US-Regierung in Bezug auf China offenbar einen Zickzack-Kurs fährt, der den Chinesen bald zu bunt werden könnte … dass man in Bezug auf Europa nur noch mit dem Säbel rasselt und da bezüglich der übermorgen beginnenden Strafzölle auf Stahl und Aluminium nicht einmal mehr geredet wurde, dafür aber die nationale Sicherheit bemüht wird, um ggf. auch noch europäische Autos auszusperren … dass man sich bei den NAFTA-Verhandlungen ebenso unberechenbar zeigt … nicht wenigen Investoren dürfte es da mulmig werden. Hinzu kommt der Bumerang-Effekt der Euro-Problematik: Auch, wenn der Euro wegen der Angst vor einer Zerreißprobe der Eurozone fällt, der US-Dollar steigt eben dennoch zum Euro und drückt auf die US-Exportperspektiven. Und auch US-Banken halten italienische und spanische Anleihen, die derzeit kräftig an Boden verlieren und geraten deswegen unter Druck. Nur, weil in Europa die Flammen hochschlagen, heißt das nicht, dass es in den USA nicht auch brennen könnte. Und das realisiert man ebenso wie den Umstand, dass der Dow Jones bereits in den Tagen zuvor problematisch aussah, weil der Ausbruch über das April-Hoch umgehend in ein „bearish engulfing pattern“ im Candlestick-Chart mündete und dadurch zur Bullenfalle wurde. Und ob der Index 392 oder 505 Punkte im Minus schloss, mit dem gestrigen Schlusskurs fiel die 20-Tage-Linie als nächstgelegene Unterstützungslinie. Bis zur 200-Tage-Linie bei aktuell 23.992 Punkten ist es nur noch ein Katzensprung. Und den meisten Anlegern dürfte klar sein: Es ist äußerst selten, dass eine solche Linie bei einem dritten Anlauf binnen relativ kurzer Zeit hält. Mittelfristig bärisch würde der Dow Jones zwar erst, wenn er neben dieser 200-Tage-Linie auch noch das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 23.344 Punkten gebrochen hätte. Aber auf kurzfristiger Ebene stehen die Bären bereits jetzt am Ruder.

Chart vom 29.05.2018, Kurs 24.361,45 Punkte, Kürzel INDU

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