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DAX: Kippt jetzt der ganze Trend?

Dass der Trend der Euro/US-Dollar-Relation weiterhin abwärts weist, ist zwar eine Stütze für den DAX. Aber die Nachrichtenlage der vergangenen zwei Tage war angetan, diesen Aspekt erst einmal in die zweite Reihe zu verdrängen. Dass der US-Präsident angeordnet hat zu prüfen, ob Automobilimporte der nationalen Sicherheit der USA schaden, klingt zwar absurd. Aber in solchen Fällen könnte er ohne weitere Absprachen umgehende Maßnahmen ergreifen – sprich Strafzölle  verhängen. Und genau das scheint sein Ziel zu sein. Das schickte die nicht gerade gering gewichteten Automobiltitel des DAX schon am Mittwoch in den Keller, am Donnerstag folgten Anschlussverkäufe. Und dass Trump am Donnerstag das geplante Treffen mit Kim Jong Un abblies, drückte den Gesamtmarkt. Hinzu kam, dass die Hauptversammlung der Deutschen Bank auf die beiden im DAX gelisteten Banken drückte. Knapp 40 Punkte kosteten den DAX die erneut schwachen Autowerte, weitere 20 die beiden stark abrutschenden Banken. Und wäre die Gewichtung von Deutscher Bank und Commerzbank im DAX mittlerweile nicht auf zusammen nur noch drei Prozent gesunken, für den DAX hätte dieser Donnerstag noch deutlich unangenehmer enden können. So blieb es bei einem Minus von knapp einem Prozent, das es ermöglicht, auf die Frage, ob das bereits den Trend gebrochen hat, mit „nein“ zu antworten. Aber:

Expertenmeinung: Ob es so bleibt, ob der DAX die entscheidenden Unterstützungen halten wird oder nicht, ist eine andere Frage. Das würde nur gelingen, wenn sich die Nachrichtenlage wieder beruhigt – und das glaubwürdig. Denn eines fällt auf: Die US-Aktienmärkte, an denen zuletzt abrutschende Kurse permanent aufgekauft werden, bevor charttechnischer Flurschaden entstehen kann, scheinen den deutschen Investoren nicht als Vorlage zu dienen. Und sie tun wohl auch gut daran, dahingehend misstrauisch zu sein, denn zu offensichtlich ist, dass es sich da um verzweifelte Defensiv-Käufe handelt, die aus der berechtigten Angst geboren sind, die Lage nicht mehr unter Kontrolle bringen zu können, wenn Dow Jones & Co. in dieser Situation erst einmal unter entscheidende Unterstützungen rutschen. Dass der DAX da nicht blind und willenlos hinterherläuft, ist zwar kurzfristig für das bullische Lager ärgerlich. Aber es bedeutet auch, dass man sich hierzulande des Ernstes der Lage bewusst ist und so eben nicht aus allen Wolken fiele, wenn Donald Trumps Experimente schiefgehen. Für den Fortbestand der Aufwärtstendenz bzw. für die Abwehr von bärischen Signalen müsste der DAX eine breite Unterstützungszone halten, in die er zwar am Donnerstag kurz eingetaucht war, die er zum Xetra-Handelsende um 17:30 Uhr aber verteidigen konnte. Sie beginnt mit der 20-Tage-Linie bei 12.870 Punkten und reicht hinunter bis auf 12.685 Zähler. Der Chart zeigt es: Diese Zone wirkt äußerst robust, zumal sie die 200-Tage-Linie bei 12.715 Punkten mit einschließt. Aber andererseits würde ein einziger schwacher Tag reichen, um sie zu durchschlagen. Und angesichts der Unberechenbarkeit der Nachrichtenlage wäre es höchst verwegen, einfach vorauszusetzen, dass der deutsche Leitindex von hier aus wieder mit Schwung nach oben läuft. Das kann gelingen, muss es aber keineswegs. Und sollte diese Zone auf Schlusskursbasis gebrochen werden, wäre das ein markant bärisches Signal!

Chart vom 24.05.2018, Kurs 12.855,09 Punkte, Kürzel DAX

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