Börsenblick

Zurück Juli Weiter
Zurück 2018 Weiter

Euro/US-Dollar: Erst jetzt wird es richtig spannend!

Der Anstieg der Euro/US-Dollar-Relation begann mit dem Amtsantritt der derzeitigen US-Regierung und führte in zwei Schüben von 1,0340 US-Dollar pro Euro Anfang 2017 auf in der Spitze 1,2556 US-Dollar im Februar 2018. Ein Anstieg, der entgegen den üblichen Regeln der Devisentrader ablief, denn die Währung, die da über mehr als ein Jahr stieg, war die, die die klar niedrigeren Zinsen in ihrem Währungsraum aufwies. Und es gab keine Perspektive, dass sich die Zinsschere, die sich zwischen den USA und der Eurozone aufgetan hatte, kurzfristig schließen würde. Der US-Dollar hätte die steigende Währung sein müssen. Aber das war, die USA waren da zeitweise recht unverhohlen, dort politisch nicht gewünscht. Man wollte eine schwache Währung als Unterstützung des Exports und damit des Wachstums. Und die Trader folgten diesem Willen, weil sie davon ausgingen, dass die USA sich da in jedem Fall durchsetzen würden.

Umso mehr dürfte es einige wundern, dass sich die USA momentan die Butter vom Brot nehmen lassen. Denn auf einmal fällt der Euro doch. Oder wartet man nur darauf, diese Abwärtsbewegung des Euro auslaufen zu lassen, die Euro-Bären in eine Falle zu locken und dann mit dem Rückenwind überverkaufter markttechnischer Indikatoren an entscheidenden Unterstützungen eine erneute Euro-Rallye zu starten, die den USA erneuten, wachstumsrelevanten Rückenwind auf der Währungsseite verleiht? Wenn, dann wäre jetzt langsam Gelegenheit für eine solche Attacke.

Denn Sie sehen im langfristigen Chart auf Wochenbasis, dass Euro/US-Dollar tief in die langfristig relevante, von 1,1555 bis 1,2042 US-Dollar reichende Unterstützungszone gelaufen ist. Würde es gelingen, den Kurs durch die Zone nach unten zu drücken, wozu man Schlusskurse unter 1,15 US-Dollar als ausreichend glaubwürdigen Bruch dieses Bereichs sehen könnte, wäre diese Chance auf Gegenwehr vertan, wäre aus einem mittelfristigen Short-Signal des Euro zum US-Dollar eines mit auch langfristiger Relevanz geworden. Der Vorteil derer, die hier womöglich auf der Lauer liegen, um wieder im Euro Long zu gehen:

Chart vom 23.05.2018, Kurs 1,1702 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

Momentan wäre die Markttechnik, hier in beiden Charts der Stochastik-Oszillator, auf Tages- ebenso wie auf Wochenbasis überverkauft. Eine Gegenbewegung nach oben wäre also nicht überraschend und somit eine Chance, daraus einen tragfähigen Aufwärtsimpuls zu machen. Aber: Die Widerstandmarken sind auf der Oberseite mittlerweile zahlreich, die 200-Tage-Linie, unterhalb der Euro/US-Dollar Mitte des Monats nach unten abgewiesen wurde, eine nicht leicht zu bezwingende Barriere. Erst über 1,2155 US-Dollar, über dem März-Tief also, würde sich abzeichnen, dass der Abstieg womöglich wirklich vorüber und in einen neuen Aufwärtsimpuls münden würde. Noch aber stehen die Chancen für diejenigen, die auf den Bruch dieser langfristig so wichtigen Zone 1,1555/1,2042 US-Dollar setze, besser. Interessant war in diesem Zusammenhang, dass das am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung aufzeigte, dass die US-Notenbank offenbar auch bei einer Inflation knapp über zwei Prozent nicht vorhat, das Tempo der Leitzinsanhebungen zu forcieren. Da hätte den US-Dollar drücken, die Euro/US-Dollar-Relation höher tragen müssen. Aber nichts geschah, der Kurs verharrte im Bereich von 1,17 US-Dollar und damit nicht nur nahe seines Tagestiefs, sondern auch nahe dieser Linie von 1,1555 US-Dollar, deren Bruch den Abstieg des Euro auf eine längerfristig relevante Ebene tragen und den Weg für weitere, womöglich deutliche Abgaben freimachen würde.

Chart vom 23.05.2018, Kurs 1,1702 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

 

Auch interessant:

DAX am Scheideweg: Erholung oder Kursabfall? | LYNX Marktkommentar
Kommt das Ende der Hausse? So stellen Sie Ihr Depot richtig auf - Interview mit Georg Oehm
Wie findet man unterbewertete Aktien? Interview mit Ulrich W. Hanke | LYNX fragt nach
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN