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Dow Jones: Dieses Minus kann große Folgen haben

Mitte April hatte der Dow Jones bei 24.859 Punkten ein Zwischenhoch markiert. Von dort aus kam es Anfang Mai zum zweiten Test der 200-Tage-Linie in diesem Jahr. Wieder, so wie bereits Anfang April, gelang es, diesen wichtigen gleitenden Durchschnitt zu halten. Zwei erfolgreiche Tests, das sollte reichen, um einen nachhaltigeren Aufwärtsimpuls zu initiieren – unter normalen Umständen. Aber die sind derzeit an der Wall Street durchaus nicht normal, denn herzlich wenig im Bereich der Rahmenbedingungen spricht für steigende Kurse: Der US-Dollar legt wieder zu und entzieht den US-Exporteuren den seit der Wahl im November 2016 gewachsenen Vorteil einer schwachen Währung. Die Zinsen am Anleihemarkt sind so hoch wie seit Jahren nicht. Das Wirtschaftswachstum liegt trotz Steuerreform derzeit unter dem langjährigen Durchschnitt. Und geopolitisch haben sich die USA nicht gerade beliebt gemacht. Da stellte sich natürlich vielen Investoren die Frage, ob es nicht womöglich vor allem die am vergangenen Freitag vollzogene Abrechnung der in den USA sehr wichtigen Optionen gewesen sein könnte, die den Dow Jones im Vorfeld dieses Verfalltermins gezogen hat. Was dafür sprach war, dass der Index zu Beginn der vergangenen Woche mit 25.000 Punkten einen typischen „Options-Strike Price“ erreicht hatte, dort aber nicht weiter zulegte. Ein vergleichbares Bild hatte es im April vor der damaligen Options-Abrechnung gegeben. Und der folgte der oben erwähnte, erneute Test der 200-Tage-Linie auf dem Fuße. Würde der Dow Jones womöglich nach dieser Abrechnung erneut nach unten abdrehen?

Expertenmeinung: Der Kurssprung, den der Dow Jones am Montag vollzog, schien diese Frage mit „nein“ zu beantworten, zumal es dadurch gelang, den Widerstand des April-Hochs bei 24.859 Punkten, an dem der Index am Montag der Vorwoche auf Schlusskursbasis noch nicht vorbeigekommen war, zu bezwingen. Alles sah nach Befreiungsschlag aus, zumal man mit der Erklärung der USA und Chinas, wichtige Fortschritte in Bezug auf die Reduzierung des US-Handelsbilanzdefizits erreicht zu haben, entscheidenden Rückenwind zu haben glaubte. Doch hat man sich da womöglich vertan? Diese Absichtserklärung war bei genauem Hinsehen reichlich vage. Steigende Importe landwirtschaftlicher Produkte, die da avisiert wurden, nützen börsennotierten US-Unternehmen kaum. Und Chinas Entscheidung, die Zölle für alle Automobilimporte von 25 auf 15 Prozent zu senken, verbessert die Wettbewerbslage der US-Autobauer nicht, weil auch die anderen nicht-chinesischen Automobilhersteller diesen Vorteil erlangen. Damit machte sich am Dienstag Ernüchterung breit – zu einem charttechnisch für die Bullen sehr ungünstigen Zeitpunkt. Das Minus von 179 Punkten war zwar geringer als der Kursgewinn des Montags. Aber der Dow Jones schloss dadurch unter dem Eröffnungskurs des Montags, weil es da zu einer Aufwärts-Kurslücke gekommen war. Und er schloss wieder unter diesem April-Hoch von 24.859 Punkten. Dadurch entstand sogar, wenngleich knapp, ein Warnsignal in Form eines „bearish engulfing pattern“ auf Candlestick-Ebene – und das bei einem Stochastik-Oszillator, der in der überkauften Zone nach unten eingedreht hat. Wenn dieses gestrige Minus nicht umgehend in erneute Käufe mündet, sondern Anschlussverkäufe sieht, kann das den „China-Effekt“ komplett aufzehren und die Bären zurück auf den Plan bringen. Ein erneuter Test der 200-Tage-Linie wäre dann durchaus zeitnah denkbar. Und ob diese Linie dann einem dritten Anlauf in kurzer Zeit standhalten würde, ist fraglich.

Chart vom 22.05.2018, Kurs 24.834,41 Punkte, Kürzel INDU

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