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Daimler: Jetzt gilt es – gelingt der Befreiungsschlag?

Ausgerechnet die USA, die die angebliche Überflutung des eigenen Markts durch europäische Autos mit der Brechstange einzudämmen gedenken, waren am Dienstag die Basis für ein Plus der Daimler-Aktie, das das Zeug hat, die seit Januar andauernde Korrektur zu beenden und die aktuelle Bodenbildung in einen neuen Aufwärtsimpuls zu verwandeln. Der Druck der US-Unterhändler auf China hatte dazu geführt, dass die Chinesen am Dienstagvormittag unserer Zeit mitteilten, dass das Land die Einfuhrzölle auf ausländische Automobilimporte ab 1. Juli von 25 auf 15 Prozent senken wird. Das entscheidende Element dabei: Nicht nur US-Automobile kommen in den Genuss eines niedrigeren Einfuhrzolls, sondern alle ausländischen Importe. Das war eine clevere Entscheidung, denn damit ist China nicht vor den USA im Besonderen eingeknickt und ist sich der Zustimmung aller Länder sicher. Zugleich ist man den US-Amerikanern zwar vordergründig entgegengekommen. Aber die Wettbewerbssituation der ausländischen Importeure bleibt damit dieselbe: Jeder hat eine gleich hohe Einfuhrsteuer – aber insgesamt werden die Importe für chinesische Kaufinteressenten günstiger. Und das spielt Daimler absolut in die Karten, denn:

Expertenmeinung: Daimler hat in China einen sehr wichtigen Absatzmarkt mit viel Potenzial. Die US-Autobauer hingegen dürften sich auch mit knapp zehn Prozent niedrigeren Preisen schwertun, während die beliebten Mercedes-Modelle tendenziell mehr Käufer finden könnten, zumal derzeit auch noch die Währungsrelation für die deutschen Autobauer spricht, weil der Euro von seinem die Exporte behindernden Höhenflug bereits deutlich zurückgekommen ist. Das ist jetzt genau die Gemengelage, die bullische Investoren brauchen: eine positive Perspektive, die über den Moment hinausreicht. Dass die Daimler-Aktie so lange keine ernsthaften Anstalten machen konnte, einen neuen Aufwärtstrend zu etablieren, lag vor allem daran, sprich es fehlte an einer optimistischen Perspektive. Ein fallender Euro und ein unverhoffter Vorteil im Wachstumsmarkt China sind dafür eine tadellose Basis. Die Aktie ist, wie Sie im Chart sehen, genau da angekommen, wo ein markantes Long-Signal beginnen würde: an der 200-Tage-Linie bei 68,26 Euro, die zugleich die obere Begrenzung der bereits seit Herbst mehrfach als Wendezone fungierenden Zone 67,66/68,27 Euro darstellt. Sollte es gelingen, Daimler mit einem Schlusskurs über 69 Euro klar über diesen Bereich hinaus zu tragen, würden sich zwar aufgrund der monatelangen Abwärtsbewegung immer wieder in kurzen Abständen potenzielle Charthürden finden lassen. Aber ob die eine wachsende Zahl an wieder zuversichtlichen Anlegern aufhalten können, wäre dann zumindest fraglich.

Chart vom 22.05.2018, Kurs 68,38 Euro, Kürzel DAI

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