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TecDAX: Mutig, aber es kann funktionieren

Während der „große Bruder“, die US-Technologiebörse Nasdaq, noch klar unterhalb ihrer bisherigen Rekorde festhängt, hat sich der deutsche TecDAX selbständig gemacht und neue Hochs erreicht. Eine solche Rallye ohne US-Geleitschutz wirkt mutig. Aber es kann funktionieren, wenn geschieht, worauf die bullischen Trader setzen: dass die USA mit ihrer aggressiven Wirtschaftspolitik gegen eine Wand in Form eines ihnen geschlossen entgegen tretenden Rests der Welt laufen.

Die Meinungen hinsichtlich der Erfolgschancen, sich dem Druck der USA zu entziehen, sind geteilt. Nicht wenige fürchten, dass die Omnipräsenz des US-Dollars alleine Russland, China und Europa in die Knie zwingen werde. Doch diese Machtposition kann leicht zum Bumerang werden. Wen die USA vom US-Dollar-Zahlungsverkehr abschneiden, der bekommt Probleme mit Anleihen, mit dem Rohstoff-Import … fällt aber als Handelspartner mit den USA aus. Und das kann sich die US-Wirtschaft eigentlich nicht leisten. Es ist gut möglich, dass die US-Wirtschaft selbst ihrer Regierung einen Stock in die Speichen wirft, um diesen irrwitzigen Kollisionskurs zu beenden und Schaden von Unternehmen und US-Bürgern abzuwenden. So gesehen sind die, die derzeit beim TecDAX zugreifen, keineswegs blauäugig, denn:

Schon jetzt hat man den Eindruck, dass die US-Regierung mit dem so nicht erwarteten Widerstand nicht zurande kommt. Man hatte offenbar gedacht, dass sich alle Welt umgehend beugen werde, solange man nur kompromisslos und drohend genug auftritt. Gerade die bislang widerstandslose Wende des zuvor seit Trumps Amtsantritt gedrückten UD-Dollars und die immer höher steigenden US-Anleihezinsen deuten an: Viele große Adressen an den Märkten setzen bereits darauf, dass die USA dieses Spiel verlieren wird. Denn auch die steigenden Renditen der US-Anleihen sind vor allem eines: das Ergebnis erheblicher Verkäufe. Denn steigende Renditen bedeuten fallende Anleihekurse. Man beginnt, den US-Markt, ob nun Anleihen oder Aktien, zu meiden und sieht einen wieder nachgebenden Euro, der für die europäischen Exporteure wie ein warmer Regen ist. Das Pendel neigt sich wieder in Richtung Europa. Also greifen die Investoren zu … und es ist nicht auszuschließen, dass bereits erste international agierende institutionelle Investoren im Zweifel lieber in deutsche statt in US-amerikanische Titel investieren. So gesehen kann dieser Ausbruch des TecDAX mehr sein als ein kurzer Ausflug, zumal er aus charttechnischer Sicht makellos daherkommt:

Chart vom 18.05.2018, Kurs 2.805,99 Punkte, Kürzel TDX

Der Index war Anfang des Monats aus seiner seit Jahresanfang geltenden Handelsspanne nach oben ausgebrochen und zeigt bislang keine Schwäche. Dass ein zeitweiliges Plus am Freitag abverkauft wurde, dürfte noch kein Problem sein, denn da fand eine Abrechnung von Optionen an der Terminbörse statt, die oft zu kurzfristigen Verzerrungen führt. Besonders positiv zeigt sich das Bild im längerfristigen Zeitraster. Im Chart auf Wochenbasis sehen wir, dass der TecDAX die wochenlange Belagerung der oberen Begrenzung des 2014er-Aufwärtstrendkanals durch einen „Morning Star“ abgeschlossen hatte, der die erneute Verteidigung der 200-Tage-Linie einschloss. Mit dem Break über die bisherigen Jahreshochs wurde dieses bullische Signal bestätigt – das passt. Nichtsdestotrotz muss man immer damit rechnen, dass etwas anders läuft als gedacht und auf eine konsequente Gewinnsicherung achten. Hierfür würde sich mit einem Niveau um 2.700 Punkte ein Bereich anbieten, der knapp unter den vorherigen Topps und der wichtigen 20-Tage-Linie angesiedelt wäre. Denn sollte der TecDAX diesen Bereich wieder unterschreiten, wäre das ein starker Hinweis darauf, dass die Bullen womöglich doch zu hoch gepokert haben.

Chart vom 18.05.2018, Kurs 2.805,99 Punkte, Kürzel TDX

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