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Euro/US-Dollar: 1,0340 wären nicht unmöglich, falls …

Und plötzlich sind alle bärisch für den Euro: typisch Devisenmarkt. Der Trend beeinflusst die Marktmeinung – und die Markmeinung beugt nötigenfalls die Fakten. Die Fakten sprechen seit Jahren dafür, dass der Euro zum US-Dollar schwach ist. Denn die grundsätzliche Regel der Devisentrader ist da eindeutig: Je höher die Zinsen, desto begehrter die Anleihen eines Landes. Die Zinsen am Anleihemarkt ebenso wie am Geldmarkt sind seit Jahren in den USA höher und steigen vor allem seit der US-Wahl Ende 2016, in Europa hingegen sind sie am Boden geblieben. Da internationale Investoren aber zuerst die entsprechende Währung kaufen müssen, um die höher verzinsten Anleihen erwerben zu können, muss die Nachfrage nach der Währung des Landes mit den höheren Zinsen stärker sein und diese gegenüber der Währung des Landes mit den niedrigen Zinsen steigen. Was hieße: Der Euro hätte schwach sein müssen, der US-Dollar stark. Doch seit Januar 2017, als die Euro/US-Dollar-Relation bei 1,0340 US-Dollar pro Euro ein mehrjähriges Tief erreichte, war alles auf den Kopf gestellt:

Der US-Dollar wurde immer schwächer, obwohl die US-Zinsen stiegen und weiter steigen. Man argumentierte zunächst, dass dieser Zinsanstieg in den USA im Markt eskomptiert gewesen sei und die US-Dollar-Bullen bzw. Euro-Bären einfach Gewinne mitnehmen würden, was zu einer Gegenbewegung führte. Aber die hörte einfach nicht mehr auf. Und am Ende war klar, dass die Trader dem zuerst unausgesprochenen, später unverhohlen kommunizierten Willen der US-Regierung nach einem schwachen, den Export und damit das Wachstum begünstigenden US-Dollar folgten. Aber jetzt beginnt sich das Bild wieder in die richtige Richtung zu bewegen. Wieso?

Weil immer deutlicher wird, dass die US-Regierung keineswegs alles durchbringt, was sie angekündigt hat, womöglich auf schwächeren Füßen steht, als sie den Anschein erwecken will. Dadurch beginnt sich die Marktmeinung zu wandeln. Mehr und mehr Akteure am Devisenmarkt vermuten, dass die USA nicht die Mittel hat, dem Prozess einer der Zinsdifferenz entsprechenden Normalisierung des Wechselkurses entgegenzuwirken, wenn man es darauf ankommen lässt. Also versuchten sich die ersten daran, den Euro zu drücken – und hatten Erfolg. Aus einer mehrmonatigen Toppbildung wurde eine Wende, die den Euro bereits unter das Jahreshoch 2017 (1,2092 US-Dollar) und, wichtiger noch, durch die 200-Tage-Linie (1,2019 US-Dollar) gedrückt hat. Ist damit der Weg für den Euro nach unten frei? Das wäre er, wenn der Kurs die breite Unterstützungszone zwischen 1,1555 und 1,2042 US-Dollar nach unten verlassen würde. Die besteht, wie der langfristige Chart auf Wochenbasis zeigt, mit den Jahrestiefs 2010 und 2012 sowie den Jahreshochs 2015 und 2016 aus mehreren höchst prominenten Wendepunkten. Geht der Euro da durch, wäre die Rückkehr an das alte Tief von 1,0340 US-Dollar nicht auszuschließen. Und die Euro-Bären haben neben der Einleitung der Wende zuletzt einen kurzfristigen Erfolg verbucht, der die Chancen hierfür erhöht:

Chart vom 17.05.2018, Kurs 1,1795 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

Eine kurzzeitige Gegenbewegung nach oben wurde am Montag noch unterhalb von 20-Tage- und 200-Tage-Linie beendet und mündete in neue Tiefs der Abwärtsbewegung, während die 20-Tage-Linie jetzt unter die 200-Tage-Linie gerutscht ist, was die Abwärtstendenz bestätigt. Da dürfte in den kommenden Wochen und Monaten reichlich Spannung geboten sein.

Chart vom 17.05.2018, Kurs 1,1795 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

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