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Brent Crude Oil: Das muss noch lange nicht alles gewesen sein

Vor drei Wochen waren die Öllagerbestände in den USA überraschend deutlich um über sechs Millionen Barrel gestiegen. Sie sehen am Chart der Ölsorte Brent Crude, dass das die bullischen Trader nicht besonders irritiert hatte. Und es blieb ohnehin vorerst ein Ausreißer, denn die Bestände in den USA sind in den darauffolgenden zwei Wochen wieder gesunken. Gerade im Rohstoff-Sektor werden Trends gerne bis zum Exzess ausgereizt. Die Trader dominieren über die Futures das Geschehen, die faktische Entwicklung von Angebot und Nachfrage spielt oft eine untergeordnete Rolle. Da muss man sich nicht wundern, dass die Rohöl-Bullen eine Zuspitzung der Lage im Nahen Osten und eine damit einhergehende Behinderung der Ölförderung und der Transportwege als Argument hoch halten, obwohl das keineswegs passieren muss. Man sollte sich ebenso wenig wundern, wenn man am Ölmarkt im Zuge dieses Aufwärtstrends hervorhebt, dass die Fördermengenbegrenzung der OPEC das Angebot verknappt und zugleich ignoriert, dass die Nicht-OPEC-Staaten umso mehr Öl fördern und vor allem die USA ein um den anderen Monat neue Rekorde bei ihrer Fördermenge erreichen. Hier, bei dieser Rohöl-Hausse, bleibt die Ratio ausgesperrt. Und wenn sich das nicht ändert, muss dieser Kursanstieg noch lange nicht zu Ende sein.

Expertenmeinung: Da muss man sich nur an die in der Retrospektive verrückt wirkende Öl-Hausse 2008 erinnern, als man den Investoren weismachte, nur Rohstoffe seien „wahre Werte“ und deshalb massiv Kapital aus Aktien in Long-Positionen am Ölmarkt floss, der dann indes ebenso rasant den gesamten Anstieg wieder abgab und viele lange Gesichter hinterließ. Mit Argumenten im Bereich der Fundamentaldaten kommt man diesem Trend nicht bei, daher wäre es angeraten, sich zum einen nicht einfach gegen den Trend zu stemmen und sich zum anderen stur und pragmatisch an der Chart- und Markttechnik zu orientieren. Und die zeigt zwar erste, leichte Indizien auf ein denkbares, womöglich aber nur zeitweiliges Ende der Rallye. Aber mehr eben auch nicht. Dass ein zeitweise größerer Anstieg, der Brent Crude Oil kurzzeitig über die runde Marke von 80 US-Dollar geführt hatte, am Donnerstag abverkauft wurde und nur ein marginales Plus blieb, ist zwar ein Hinweis darauf, dass manch einer diese runde Marke als gute Basis für Gewinnmitnahmen sieht. Aber der Trend an sich bleibt bislang intakt und der RSI-Indikator, unten im Chart eingeblendet, ist weder bereits zwingend überkauft, noch weist er negative Divergenzen zum Kursverlauf auf, die ein Warnsignal sein könnten. Solange Brent Crude nicht wieder in den breiten, aus dem vergangenen Sommer stammenden Aufwärtstrendkanal zurückfällt und durch den zuletzt Anfang April und Anfang Mai erfolgreich verteidigten Leitstrahl der Rallye in Form der aktuell bei 75,45 US-Dollar verlaufenden 20-Tage-Linie rutscht, ist das Chance/Risiko-Verhältnis auf der Long-Seite das bessere und nach oben noch kein Limit zu erkennen – vor allem dann nicht, wenn sich die Lage im Nahen Osten tatsächlich ernstlich zuspitzen würde.

Chart vom 17.05.2018, Kurs 79,32 US-Dollar, Kürzel COIL

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