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Boeing: Wie lange noch, bis der Trend bricht?

Vor drei Wochen präsentierte Boeing Zahlen zum ersten Quartal, die einfach nur verblüfften. Mit 3,64 US-Dollar pro Aktie lag der Gewinn meilenweit über der durchschnittlichen Prognose der Analysten von 2,58 US-Dollar. Und dass der Umsatz mit 23,4 Milliarden weitaus weniger über der Konsensprognose von 22,24 Milliarden lag, ließ im ersten Moment vermuten, dass Boeing sehr gute Gewinnmargen erzielen konnte. Allerdings darf man da skeptisch sein: Flugzeuge sind keine Rohstoffe, deren Preise starken Schwankungen unterliegen würden. Der immense Gewinnsprung muss also von anderer Seite herrühren. Und natürlich fällt einem da die US-Steuerreform ein, deren Auswirkungen im Vorfeld für einzelne Unternehmen nicht klar absehbar waren. Hier wie bei vielen anderen Unternehmen bekam man den Eindruck, dass die Analysten diesen Effekt daher gezielt ignoriert hatten. Aber so war es wenig opportun, angesichts dieses Gewinnsprungs in Begeisterung zu verfallen, denn worauf es ankommt, ist das operative Geschäft. Da berichtete Boeing zwar von vollen Auftragsbüchern. Aber es fiel auf, dass die Umsatzprognose für das Gesamtjahr nicht, die für den 2018er-Gewinn nur leicht angehoben wurde. Wenn Boeing selbst vorsichtig ist, sollte man es als Anleger nicht besser auch sein? Diesen Gedanken hegen nicht wenige, denn der Chart zeigt:

Expertenmeinung: Die Aktie holte als Reaktion auf das am 25. April gemeldete Ergebnis das Minus des Vortages auf, aber ein echter Kurssprung mit Anschlusskäufen blieb aus. Es scheint, als würde sich der Gedanke, dass dieser Order-Boom an neuen Passagiermaschinen seinen Zenit überschritten haben könnte, sukzessive ausbreiten. Damit sieht das Chartbild der Aktie angeschlagen aus. Und die Bären dürften längst auf der Lauer liegen, in der Erwartung, dass nach dem zurückgenommenen „Ausflug“ des Kurses über seinen aus dem Mai 2017 stammenden Aufwärtstrendkanal und dem bereits zweimaligen Test der unteren Begrenzung dieses Kanals als nächstes dessen Bruch und ein kräftiger Abwärtsimpuls ansteht. Und das wäre in der Tat alles andere als abwegig. Denn diese grandiose Entwicklung der Gewinne hat gleich zwei Achillesfersen. Zum einen ist die Abwärtswende des Euro ein Problem. Der massiv gedrückte und damit in der Spitze seit 2017 um 20 Prozent verbilligte US-Dollar brachte Boeing gegenüber dem Hauptkonkurrenten Airbus große Preisvorteile bei Käufern außerhalb der USA ein. Und dieser Vorteil eines schwachen US-Dollars beginnt gerade, sich aufzulösen. Zum anderen wäre es naheliegend, dass Boeing von Gegenmaßnahmen in China und Europa getroffen würde, sollte die US-Regierung keinen Erfolg mit dem Versuch haben, durch die Androhung von Strafzöllen Zugeständnisse der großen Handelspartner zu erzwingen und somit diese Strafzölle wirklich einführen. Käme beides zusammen, ein weiter steigende US-Dollar und Sanktionen gegen US-Flugzeuge, wäre das für diese Aktie ein GAU. Der Chart zeigt, wo die charttechnische „rote Linie“ läge, deren Bruch die Bären auf den Plan rufen würde: Das wäre dann der Fall, wenn Boeing mit Schlusskursen unter 310 US-Dollar alle Zwischentiefs der letzten vier Monate durchbrechen würde.

Chart vom 16.05.2018, Kurs 340,97 US-Dollar, Kürzel BA

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