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Cancom: Vorsicht, Abendstern!

Ein Minus von 6,89 Prozent schickte die Aktie des IT-Infrastruktur-Spezialisten Cancom am Montag an die Spitze der Verliererliste im TecDAX. Ursache des kräftigen Abverkaufs waren die am Morgen präsentierten Ergebnisse des ersten Quartals. Der Umsatz war zwar um die 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gewachsen und übertraf damit die Durchschnittsprognose der Analysten deutlich. Aber der Gewinn erfüllte die Erwartungen nur und übertraf sie nicht. Der lag, gemessen als EBITDA (d.h. Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen), mit 20,2 Millionen Euro zwar auch etwa 20 Prozent über dem Vergleichszeitraum. Aber da hatte man eben mit mehr gerechnet, hatte auf eine Ausweitung der relativ dünnen Gewinnmarge gesetzt. Das Jahr 2017 war nicht von allzu markantem Wachstum geprägt gewesen. Aber Ende März hatte Cancom im Zuge der Jahresbilanz 2017 deutliche Steigerungen bei Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr avisiert. Das, was für die ersten drei Monate vorgelegt wurde, entsprach zweifellos nicht den Vorstellungen von „deutlich“, mit denen viele Anleger hier eingestiegen waren. Und da wurden, wie dieser Chart auf Wochenbasis deutlich macht, reichliche Vorschusslorbeeren verteilt:

Expertenmeinung: Anfang Mai 2017 hatte Cancom noch in einer Zone zwischen 50 und 55 Euro notiert. Vergangene Woche hatte sich der Kurs gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast verdoppelt. Das war eine Hausse, die viel Spekulation und große Erwartungen indiziert. Eine nur „gute“ Bilanz ist in solchen Fällen meist zu wenig. Würde die derzeitige Konsens-Schätzung der Analysen erreicht und Cancom im laufenden Jahr 2018 etwa 3,30 Euro pro Aktie verdienen, würde das selbst nach dem gestrigen, kräftigen Rücksetzer ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 30 bedeuten, was eher hoch wäre, wenn das Wachstumstempo weiterhin im Bereich zwischen 20 und 25 Prozent bleiben sollte. Da wäre es keine allzu große Überraschung, wenn der Kurs weiter nachgeben würde – vorausgesetzt, auch das Chartbild würde negative Signale aussenden und nicht umgehend eine Erholung einsetzen. Wenn man sich den Chart auf Wochenbasis betrachtet, dann hätten wir ein solches negatives Signal: einen Abendstern (Evening Star) in der Candlestick-Lehre. Und auch noch ein eher besonderes Exemplar (siehe das schwarze Rechteck im Chart). Denn die mittlere Kerze dieser drei Kerzen umfassenden Formation ist nur vom Kerzenkörper her ein Abendstern-typischer Doji. De facto handelt es sich um einen „langbeinigen“ Doji, der auf das Niveau der vorangehenden grünen und der nachfolgenden roten Kerze hinunter reicht. Was diese Zone, die Tiefs des gestrigen Montags (denn aus mehr besteht die rechte, rote Wochenkerze ja bislang nicht) und der vergangenen zwei Wochen, zu einer sehr wichtigen Unterstützung macht. Noch hätten die Bullen die Chance, das Ruder herumzureißen, denn die rechte Kerze ist ja noch nicht beendet, die Woche hat gerade erst begonnen. Aber sollte die Aktie diese Unterstützung im Bereich 94,80 Euro und damit das gestrige Tagestief unterschreiten, wäre die nächste nennenswerte charttechnische Unterstützung aufgrund der vorherigen, immer steiler gewordenen Aufwärtsbewegung fern: Erst um 72 Euro würde sich dann in Form der 200-Tage-Linie wieder eine wirklich markante Auffanglinie anbieten.

Chart vom 14.05.2018, Kurs 95,90 Euro, Kürzel COK

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