Börsenblick

Zurück Juli Weiter
Zurück 2018 Weiter

ElringKlinger nach Zahlen unter Druck

ElringKlinger ist einer der führenden Entwicklungspartner und Zulieferer für die Automobilindustrie. Die Kernkompetenz liegt im Bereich Zylinderkopf- und Spezialdichtungen für Pkw und Nutzfahrzeuge. Außerdem werden Kunststoffgehäusemodule und Abschirmteile für Motor, Getriebe und Abgasanlagen hergestellt.
Die Angebote umfassen darüber hinaus auch Produkte aus Hochleistungs-Kunststoffen für andere Branchen.

Zusätzlich zu den Komponenten für konventionelle Verbrennungsmotoren bietet die Gruppe innovative Teile für Elektroantriebssysteme an. Leichtbaukonzepte sowie Abgasreinigungstechnologie und Batterie- und Brennstoffzellenkomponenten ergänzen das Portfolio.

Sind die guten Zeiten vorbei?

In den zurückliegenden zehn Jahren hat ElringKlinger stetiges Wachstum erlebt und konnte den Umsatz von 0,66 Mrd. auf 1,66 Mrd. Euro steigern. Die Marge war jedoch leicht rückläufig und dementsprechend legte das Nettoergebnis lediglich von 43 auf 70 Mio. Euro zu. Gleiches gilt für das Ergebnis je Aktie, welches von 0,69 auf 1,10 Euro kletterte.

Seit einigen Jahren spürt man jedoch zunehmenden Gegenwind. Die Profitabilität ist seit 2013 rückläufig und das Ergebnis je Aktie gesunken. Die Vorboten der Elektromobilität und Umbrüche in der Automobilbranche werfen ihre langen Schatten voraus. Diese Faktoren wirken sich auch stark auf den operativen und freien Cashflow aus. Der Konzern unternimmt wie alle Konkurrenten enorme Investitionsanstrengungen, um sich zu wappnen.

Branche im Umbruch

Der Ausblick für die gesamte Branche ist schwierig und mit bedeutenden Risiken verbunden. Die Zulieferer könnte es in Zukunft noch härter treffen, als die Automobilkonzerne selbst. Sinkende Fahrzeugzahlen und die Elektromobilität führen zu bedeutenden Schwierigkeiten. Die Zahl der Bauteile in einem Verbrennungsantrieb liegt durchschnittlich bei 1.400, bei Elektrofahrzeugen sind es lediglich 210.
Die vielen Zulieferbetriebe werden also um eine weitaus kleinere Zahl an Produkten kämpfen müssen, was die Margen wohl weiter unter Druck bringen dürfte.

Wie sehen die Zahlen aus?

Die Zahlen zum ersten Quartal passen hier gut ins Bild. Der Umsatz ist auf Jahressicht um 2,6% auf 430,7 Mio. Euro gesunken. Organisch liegt das Plus jedoch bei 5,4%, da 2018 der März-Umsatz der Hug-Gruppe entfiel. Die EBIT-Marge ging ebenfalls leicht zurück und dank von 9,0 auf 8,9%. Das Ergebnis je Aktie war mit 0,41 nach 0,40 Euro im Vorjahr nahezu unverändert.
Gleichzeitig sank jedoch der operative Cashflow weiter und die Verbindlichkeiten kletterten von 581,1 auf 625,1 Mio. Euro.

Es ist daher keine Überraschung, dass die Aktie nach den Zahlen mit Abgaben reagiert. In Anbetracht der hohen Unsicherheit und sinkenden Margen, sollte die Bewertung aber ohnehin moderat sein. Das ist auch der Fall.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist das Ergebnis je Aktie von 1,24 auf 1,10 Euro gefallen und das KGV liegt bei 13,1. Doch in diesem Jahr soll die Trendwende erfolgen und der Gewinn wieder deutlicher steigen. Das KGV könnte somit auf 10,0 sinken. Die Dividendenrendite liegt bei 3,4%.
ElringKlinger scheint insgesamt fair bewertet zu sein und bietet eine attraktive Dividende. Die großen Herausforderungen vor dem das Unternehmen steht, sollten weitgehend eingepreist sein.

Charttechnischer Ausblick

Die Kursentwicklung entspricht den Fundamentaldaten und die seit Jahren sinkenden Gewinne haben ihre Spuren hinterlassen. Das Chartbild wird von Abwärtstrends beherrscht und die Aktie ist übergeordnet bärisch einzustufen.
Zuletzt ist ElringKlinger über Wochen am Widerstand bei 15,33 Euro gescheitert und den Bullen ist es nicht gelungen, ein Kaufsignal zu generieren.
Ausgehend vom aktuellen Niveau besteht direktes Abwärtspotenzial in Richtung 14,00 Euro. Darunter kommt es zu einem Verkaufssignal mit einem ersten Kursziel bei 13,00 Euro.

20180514-elringklinger-nach-zahlen-unter-druck

Auch interessant:

DAX am Scheideweg: Erholung oder Kursabfall? | LYNX Marktkommentar
Kommt das Ende der Hausse? So stellen Sie Ihr Depot richtig auf - Interview mit Georg Oehm
Wie findet man unterbewertete Aktien? Interview mit Ulrich W. Hanke | LYNX fragt nach
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN