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Apple: Die Phantom-Rallye

Sagenhafte 30 US-Dollar ist Apple vom Ende April markierten Zwischentief bei 160,63 US-Dollar bis zum am Donnerstag erreichten, bisherigen Rekordhoch von 190,37 US-Dollar gelaufen. Da blieben für die Bullen keine Wünsche offen. Eine Rallye von 18,5 Prozent, getragen von der Quartalsbilanz, die am Abend des 1. Mai die Anleger begeisterte. So könnte man es zumindest sehen. Aber das wäre eine gefährliche Sichtweise. Denn das, was Apple für das erste Quartal, aufgrund des zum Kalender verschobenen Geschäftsjahres das zweite Geschäftsquartal, vorzuweisen hatte, war kein Rückhalt für diese Rallye. Der Gewinn hatte zwar die Analystenprognosen übertroffen. Aber mit 2,73 US-Dollar pro Aktie lag das Ergebnis nur marginal über der Konsens-Prognose von 2,68 US-Dollar. Und der Umsatz lag mit 61,1 Milliarden letztlich fast genau dort, wo man das seitens der grundsätzlich eher defensiv schätzenden Analysten erwartet hatte (60,94 Milliarden). Das war ebenso dünn wie der Umstand, dass die Verkaufszahlen der iPhones mit 52,2 Millionen nur wenig über dem Ergebnis des Vorjahresquartals (50,8 Millionen) lagen. Das war weniger als die ohnehin seit Dezember mehrfach gesenkte Durchschnittserwartung der Analysten und besonders schwach, da Apple derzeit mit zwei aktuellen Modellen versucht, Marktanteile zurück zu gewinnen. Dass die Verkaufszahlen der iPads und der Mac-Computer gegenüber dem Vorjahr gefallen waren, tat ein Übriges, um zu konstatieren: Entweder die Marktteilnehmer wollten die Realität nicht sehen … oder etwas anderes trieb die Aktie durch die Decke. Und in der Tat:

Expertenmeinung: Es ist etwas anderes, das die Aktie zieht. Apple hatte zeitgleich mit dieser Quartalsbilanz verkündet, das bestehende Aktienrückkaufprogramm auslaufen zu lassen und ein neues aufzulegen: eines über 100 Milliarden US-Dollar! Eine einfach unfassbare Summe. Apple wies zum Zeitpunkt der Quartalsbilanz eine Marktkapitalisierung von etwa 860 Milliarden US-Dollar auf. Das heißt, Apple kauft etwa zwölf Prozent der eigenen Aktien zurück. Damit reduziert sich die Zahl der Aktien, auf die sich der Gewinn des Unternehmens verteilt, also erheblich. Das – und nur das – ist es, was diese Käufe auslöste. Aber man sollte eines nicht vergessen: Das geht seit Jahren so, der Gewinn verteilt sich wegen jahrelanger Rückkäufe ohnehin seit Jahren auf immer weniger Aktien. Das wird jetzt zwar noch extremer – aber die Aktie steigt nicht wegen eines gut laufenden Geschäfts. Und das ist immer brandgefährlich, denn damit ist das nicht mehr als eine Phantom-Rallye, die massives Wachstum vorgaukelt, wo keines ist. Und dass Apple mit seinem gewaltigen, auf über 260 Milliarden geschätzten Cash-Bestand sonst nichts anzufangen weiß, ist neben der bescheidenen Quartalsbilanz ein Signal dafür, dass es mit dem kommenden Wachstum womöglich nicht weit her ist. Apple war am Donnerstag im zweiten Anlauf über die sogenannte „Hausse-Begrenzungslinie“ gelaufen, d.h. die über die letzten markanten Zwischenhochs zu ziehende Linie, doch am Freitag folgten keine Anschlusskäufe, sondern ein Harami, den man durchaus als Warnsignal sehen kann. Immerhin, die Quartalsbilanz hätte ohne die Bekanntgabe des Aktienrückkaufprogramms gut und gerne für fallende Kurse sorgen können. Und wenn die Aktie jetzt im hoch über 18 Prozent gelaufen ist als Reaktion auf eine sukzessive Verringerung der Aktien um zwölf Prozent, dann können sich auch die überzeugten Bullen ausrechnen, dass die Luft hier langsam dünn wird.

Chart vom 11.05.2018, Kurs 188,59 US-Dollar, Kürzel AAPL

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